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Silvester Zahl der Rettungseinsätze im Rhein-Neckar-Kreis deutlich gestiegen / Protest gegen syrischen Sänger eskaliert in Mannheim

Gewalt, Brände und Suchaktion überschatten Jahreswechsel

Archivartikel

Mannheim.Der Jahreswechsel ist in vielen Städten Deutschlands von Gewalt und Unglücken getrübt worden. In Mannheim hielten 23 Brände und eine Suchaktion auf dem Neckar in den ersten zweieinhalb Stunden des neuen Jahres die Feuerwehr in Atem. Registriert wurden deutlich mehr Einsätze als in den Vorjahren. „Zwischendurch waren alle verfügbaren Kräfte unterwegs“, sagte Simon Berger, der als Führungsdienst mehr als 120 Mitglieder von Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren koordinierte. „Ohne die Ehrenamtlichen wäre das nicht abzuwickeln.“

Auch die für den Rhein-Neckar-Kreis sowie die Städte Mannheim und Heidelberg zuständige Integrierte Leitstelle in Ladenburg verzeichnete mehr Einsätze. In der Nacht musste der Rettungsdienst 240 Mal ausrücken, im Vorjahr waren es 195 Einsätze.

600 Demonstranten

Hinzu kam der Großeinsatz auf der Mannheimer Friedrich-Ebert-Brücke. Ein Mann hatte berichtet, dass ein anderer Mann in den Neckar gesprungen sei. Er habe noch versucht, ihn zu retten, und sei dazu vom Ufer aus in den Fluss gegangen. Völlig durchnässt und unterkühlt wurde er vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Dann lief eine große, dramatische Suchaktion mit einem Boot der Wasserschutzpolizei, je zwei Booten der Feuerwehr sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, die Helfer auch aus Heidelberg und Heddesheim herbeirief, an.

Auch an beiden Ufern wurde gesucht. Der Mann wurde am Mittwochmittag tot aufgefunden.

Bereits am früheren Silvesterabend war die Mannheimer Polizei besonders gefordert: Aus Protest gegen den Auftritt eines syrischen Sängers bei einer großen privaten Silvesterfeier haben laut Polizei und Veranstalter rund 600 Menschen vor der Rüya-Halle im Stadtteil Neckarau demonstriert. Dem Sänger wird vorgeworfen, das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu unterstützen. Wegen der angespannten Stimmung sei die Versammlung aus Sicherheitsgründen vorzeitig beendet worden, hieß es. Einige Demonstranten bewarfen Gäste der Feier später mit Steinen und Eiern, mindestens ein Auto wurde stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Polizisten setzten teils Schlagstöcke ein, um die Masse zurückzudrängen. Drei Männer wurden vorläufig festgenommen.

In ganz Deutschland gab es Übergriffe auf Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei. Besonders heftig waren Attacken in Leipzig. Im linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz wurde ein 38 Jahre alter Polizist durch Pyrotechnik schwer verletzt. Er musste notoperiert werden. Das sächsische Landeskriminalamt ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Dem Polizisten sei der Helm vom Kopf gerissen worden, bevor er attackiert wurde, hieß es aus Polizeikreisen.

Michael Neuhaus, Bundessprecher der Jugendorganisation der Linken, kommentierte: „Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass in #Connewitz von vornherein ein Exempel statuiert werden sollte. Was ist das eigentlich für ein Staat, der aus politischen Profilierungsgründen in der Silvester Nacht gegen Feiernde vorgeht?“ Dafür gab es Kritik.

Katastrophe im Zoo

Im Krefelder Zoo ging das Affenhaus in Flammen auf. Mehr als 30 Tiere starben, darunter ein Schimpanse, Orang-Utans und zwei ältere Gorillas. Es gibt Hinweise auf chinesische Himmelslaternen als Ursache. Solche verbotenen Laternen, die in die Luft steigen, seien in der Nähe gefunden worden. pwr/dpa

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