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Gesundheit Geringverdiener sollen Pille und Kondom bezahlt bekommen / Fraktion bringt Antrag in Bundestag ein

Grüne für Gratis-Verhütung

Archivartikel

Berlin.Wer wenig Geld hat, verhütet seltener. Die Grünen-Fraktion hat daher einen Antrag in den Bundestag eingebracht, um Menschen mit geringem Einkommen flächendeckend den kostenlosen Zugang zu Familienplanung zu ermöglichen.

„Wenn Verhütung eine Frage des Geldes ist, trifft das vor allem Frauen“, heißt es in dem dieser Zeitung vorliegenden Antrag. So habe eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergeben, dass diejenigen, die staatliche Unterstützung bezögen, wegen der erheblichen finanziellen Belastung zu unsicheren Verhütungsmitteln wechselten oder gar ganz darauf verzichteten.

Einige Kommunen wie Mannheim, Berlin, Hamburg und München übernehmen bereits freiwillig die Ausgaben. Und seitens des Familienministeriums läuft ein Modellprojekt in sieben Regionen. Die bestehenden Möglichkeiten, kritisieren die Grünen, würden zu viele Menschen ausschließen, da sie „unübersichtlich und meist nicht weitreichend bekannt“ seien. In zwei Dritteln der Kommunen gebe es keinen Ausgleich.

„Wir wollen die Erstattung über die Krankenkassen organisieren“, sagte Fraktionsexpertin Maria Klein-Schmeink. Kondome sollen bei Beratungsstellen und Gesundheitsämtern frei zugänglich sein. Der Vorstoß zielt besonders auf Frauen ab, die Geringverdiener sind, Hartz IV bekommen, Wohngeld, Bafög oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Im Hartz-IV-Regelsatz seien aktuell 15 Euro monatlich für die gesamte Gesundheitspflege vorgesehen, heißt es im Antrag. Je nach Präparat könne aber die Pille mehr als 22 Euro kosten, ein Verhütungsring monatlich zwischen zwölf und 24 Euro.

Allein stehen die Grünen nicht: Im Dezember hatte der Bundesrat die Regierung aufgefordert, eine bundeseinheitliche Regelung zur kostenfreien Verhütung für Frauen mit geringem Einkommen auf den Weg zu bringen. (mit mad)

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