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Coronavirus Inzwischen fast 1000 Infizierte im Land / Bouffier droht mit Bußgeldern

Hessen macht die Gaststätten dicht

Archivartikel

Wiesbaden.Mit weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens reagiert Hessen auf die rasche Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19. Von heute an müssen alle Restaurants und Gaststätten dichtmachen, um die Ansteckungsrisiken zu verringern. Mittlerweile haben sich hessenweit fast 1000 Menschen im Bundesland mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, zwei Menschen sind bislang gestorben.

Schon bisher durften Lokale nur noch zu bestimmten Zeiten öffnen. Nun geht ab 12 Uhr an diesem Samstag vorerst nichts mehr in den Restaurants und Gaststätten im Bundesland. Es wird aber möglich sein, sich Essen zu bestellen und liefern zu lassen. Die bisher geltende Obergrenze für Versammlungen werde von 100 auf fünf Personen reduziert, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Bei Verstößen könnten Bußgelder verhängt werden, deren Größenordnung Bouffier auf 100 bis 300 Euro bezifferte.

Vielerorts griffen die Behörden bei Verstößen in den vergangenen Tagen noch nicht mit Bußgeldern durch. Stattdessen versuchen Polizei und Ordnungsämter, die Bürger von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen.

Der Frankfurter Flughafen fährt wegen der Corona-Krise seinen Betrieb auf ein Minimum herunter. Der Betreiber Fraport schickt mindestens 18 000 seiner 22 000 Beschäftigten in Kurzarbeit, wie der Konzern mitteilte. Auch generell werden die Arbeitsagenturen in Hessen derzeit von Beratungsanfragen zur Kurzarbeit regelrecht überrollt.

Handel will sonntags nicht öffnen

Der Handel wehrt sich gegen eine Öffnung von Geschäften an Sonn- und Feiertagen. Die Lockerung der sonst üblichen Verkaufsverbote sei eine Vorsichtsmaßnahme der Politik, sagte Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland (HDE) für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Ob ein Tag pro Woche mehr einen großen Effekt habe, sei aber zu bezweifeln.

Weil immer weniger Pendler Züge, Bahnen und Busse nutzen, dünnen die Verkehrsanbieter ihr Angebot aus. So fahren die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet also ohne Verstärkerfahrten. Viele Regionalzüge im Rhein-Main-Verkehrsverbund sollen von Montag an nach dem Samstagsfahrplan fahren. Ähnliche Schritte kündigte das Darmstädter Verkehrsunternehmen Heag mobilo an.

Gestern wurde unter anderem das Schlossgrabenfest in Darmstadt gestrichen. An der Bergstraße wird es am 1. Mai keine Weinlagenwanderung geben. dpa

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