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Coronavirus Die Lehrer-Gewerkschaft GEW äußert massive Kritik an den angekündigten Lockerungen

Hessen wagt den Normalbetrieb an Grundschulen und Kitas

Archivartikel

Wiesbaden.Am 22. Juni beginnt für Hessens Grundschulkinder der gemeinsame Präsenzunterricht. Das Abstandsgebot gilt nicht mehr. Auch die Kindertagesstätten sollen vom 6. Juli an wieder vollständig öffnen und den Regelbetrieb aufnehmen.

Massive Kritik äußerte nach den angekündigten Lockerungen in den Grundschulen die Gewerkschaft GEW. Die hessische Landesvorsitzende des Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Birgit Koch, lehnt die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Grundschulen für die letzten zwei Wochen vor den Sommerferien ab. „Wir sehen keine Möglichkeit, wie der Gesundheitsschutz gewährleistet werden soll, wenn mehr als 25 Kinder ohne Abstand in schlecht gelüfteten Räumen unterrichtet werden sollen“, hieß es.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte erklärt, die Abstandsregeln durch ein Konzept ersetzen zu wollen, wonach konstante Lern-gruppen gebildet und durch deren Trennung Durchmischungen vermieden werden sollen. Die GEW kritisierte: „Ob im Restaurant, beim Einkaufen oder beim Training im Sportverein: überall gelten Abstandsregelungen zum Schutz vor einer Infektion.“ Es sei absurd, dies jetzt mit neuen Regeln für zehn Unterrichtstage wieder über den Haufen zu werfen. Und: Für die Umsetzung stünden wieder wenige Tage zur Verfügung. Das Kultusministerium verliere „weiter an Glaubwürdigkeit“. Denn zuletzt habe die Ansage des Ministeriums gelautet, dass die organisatorischen und hygienischen Vorgaben im Präsenzunterricht an den Grundschulen bis zu den Sommerferien Bestand hätten.

Lorz erklärte, dass in den zwei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien zwar der Unterricht an den Grundschulen wieder aufgenommen werde, wie er vor der Corona-Pandemie stattgefunden hatte. Die Schulbesuchspflicht werde während dieser Zeit aber aufgehoben. Eltern könnten also entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht für alle teilnehme oder von zu Hause aus den Unterrichtsstoff lerne. An den weiterführenden Schulen ändere sich bis zu den Sommerferien erst einmal nichts, sagte Lorz.

Auch die Kindertagesstätten sollen vom 6. Juli an wieder vollständig öffnen und den Regelbetrieb aufnehmen. Darauf verständigte sich Hessen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Die Notbetreuung falle dann weg, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Eltern können also ab diesem Zeitpunkt wieder ganz normal ihre Kinder betreuen lassen, sofern das Personal in den Kitas ausreicht und es das Infektionsgeschehen erlaubt. dpa

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