Thema des Tages

Corona Bund und Länder beraten das weitere Vorgehen / Alles läuft auf eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar hinaus

Hoffnung auf Zulassung eines weiteren Impfstoffs

Archivartikel

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße.Die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Ende Januar einstellen. Ausnahmen soll es für Schüler der unteren Klassenstufen geben. Sie sollen den Anfang machen, wenn die Länder in Stufen wieder Präsenzunterricht an ihren Schulen gestatten. Auch mögliche Verbesserungen bei der Impfstrategie sollen Thema sein, wenn die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag erneut über die Corona-Lage beraten.

Die Kultusminister der Länder preschten am Montag mit einem Beschluss vor. Demnach sollen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen „unter Umständen“ fortgeführt werden. Damals hatten Bund und Länder als Teil des Herunterfahrens des gesamten öffentlichen Lebens bis Ende dieser Woche auch den Schul-Lockdown beschlossen.

Experten beraten über Moderna

Derweil steht die europäische Arzneimittelbehörde EMA offenbar kurz vor der Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes. Der Expertenausschuss der EMA sei bereits am Montag zusammengetroffen und berate über die Empfehlung für den Impfstoff des US-Herstellers Moderna, bestätigte eine Sprecherin der EMA.

Bei einer Empfehlung der EMA muss die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache. Die EU hatte bei Moderna 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt. Die Bundesregierung rechnet für Mittwoch mit der EU-Zulassung des Impfstoffs von Moderna.

Während in Deutschland immer mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, geht die Debatte über die Impfstrategie der Bundesregierung weiter. Kritik am Management der Impfstoffbeschaffung kam unter anderem vom Koalitionspartner SPD und aus den Reihen der Opposition. „Es gibt genug Impfstoff für Deutschland“, sagte dazu am Montag ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

EU verteidigt Strategie

670 000 Dosen des Biontech-Impfstoffs kommen am Freitag, 8. Januar, nach Angaben des Gesundheitsministeriums dazu. Bis Anfang Februar sind jeweils montags drei weitere Liefertermine vorgesehen. Ende des ersten Quartals 2021 sollen elf Millionen Impfdosen bereitstehen.

Auch die EU-Kommission verteidigte am Montag das Vorgehen. „Die Zahl der Impfstoffe, die wir haben, reicht aus“, sagte Kommissionssprecher Eric Mamer in Brüssel. Die Mittel müssten nun aber erst produziert und verteilt werden. Schon im Herbst habe man gesagt, dass die Auslieferung der Impfstoffe ab Jahresende 2020 schrittweise ausgebaut werde und große Lieferungen im April zu erwarten seien.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI bekanntgab.

Das Landratsamt des Kreises Bergstraße meldete vier neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es handele sich um eine 86-jährige Person aus Viernheim, eine 78-jährige Person aus Heppenheim, eine 81-jährige Person aus Bürstadt und eine 74-jährige Person aus Lindenfels. Somit sind seit Beginn der Pandemie kreisweit 121 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Der Kreis meldete zudem elf Neu-Infektionen für Montag. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis liege bei 133,89. In den Bergsträßer Krankenhäusern würden derzeit 69 Personen mit einer bestätigten Corona-Infektion behandelt sowie fünf weitere mit Verdacht auf eine Covid-Erkrankung.

Derweil hat nach dem Kreis Bergstraße auch der Kreis Darmstadt-Dieburg die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Hessenweit sind nach Zahlen des RKI 406 weitere Coronavirus-Infektionen registriert worden. Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 140 371 (Stand: 0 Uhr). 2991 Todesfälle in Hessen werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, das sind 29 mehr als am Vortag. red/dpa

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