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Pharmaunternehmen Curevac darf klinische Versuchsreihe gegen das Coronavirus beginnen

Hopp-Firma startet Impftest

Archivartikel

Langen.Das Tübinger Unternehmen Curevac mit SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp als Mehrheitseigner darf mit klinischen Tests seines Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus beginnen. Die Genehmigung dafür sei erteilt, hieß es am Mittwoch vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Noch im Juni sollen im Rahmen der Phase-1-Studie erste Probanden geimpft werden.

Nach der Mainzer Firma Biontech ist Curevac das zweite Unternehmen in Deutschland, das einen Impfstoff testen darf. Weltweit laufen nach PEI-Angaben 130 Impfstoffprojekte, zehn Kandidaten befinden sich bereits in klinischer Prüfung, zwei in den fortgeschrittenen Phasen 2 und 3. „Wir sind davon überzeugt, mit unserem Impfstoffkandidaten gegen Sars-CoV-2 auf dem richtigen Weg zu sein“, sagte Mariola Fotin-Mleczek, für Technologie zuständiges Vorstandsmitglied des Unternehmens.

Parallel zur klinischen Erprobung stelle man bereits große Mengen des Impfstoffs her. Die derzeitigen Produktionsanlagen ermöglichten eine Produktion von „Hunderten Millionen Dosen im Jahr“, wie Curevac-Vorstandsmitglied Franz-Werner Haas, erläuterte. Eine weitere Produktionsanlage, die die Kapazität auf Milliarden Dosen erhöhen solle, sei im Bau. Testzentren befinden sich demnach in Tübingen, Hannover, München und in Gent, Belgien.

Am Montag hatte das Wirtschaftsministerium bekannt gegeben, sich mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen und rund 23 Prozent der Anteile zu übernehmen. Man wolle es so auch gegen eine mögliche Übernahme absichern. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen.

EU plant Vorverträge

Unterdessen teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit, dass sie Milliarden Euro in Vorverträge mit Pharmaherstellern investieren will, um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs für alle Europäer und für Partnerländer weltweit zu beschleunigen. Damit solle ein wirksamer und sicherer Impfstoff binnen zwölf bis 18 Monaten bereitstehen, möglichst sogar schneller, erklärte die Brüsseler Behörde bei der offiziellen Vorstellung ihrer Impfstoffstrategie.

Auch PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass es wichtig sei, mehrere verträgliche und wirksame Impfstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften zu entwickeln und die Herstellungskapazitäten rasch auszubauen. Ein Impfstoff dürfe nicht nur einzelnen Staaten oder Risikogruppen zur Verfügung stehen. dpa

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