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Corona Infektionen an acht staatlichen Mannheimer Schulen / Länder verständigen sich auf Regeln für Reisende aus Risikogebieten

Hunderte Schüler in Isolation

Archivartikel

Berlin/Mannheim.An acht staatlichen Schulen in Mannheim gibt es mittlerweile Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe auf Anfrage mitteilte, sind die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) sowie das Ludwig-Frank-Gymnasium (LFG) am stärksten betroffen, beide bleiben jedoch geöffnet.

Mit neun nachgewiesen Fällen, 26 Lehrkräften und 250 Schülern in vorsorglich häuslicher Isolation, führt das LFG die Liste der betroffenen Schulen zurzeit an. Aber auch die IGMH hat es nicht leicht. „Weil nun ein Lehrer infiziert ist, haben wir zu wenige Kollegen, um alle Klassen zu unterrichten. Trotzdem sind wir froh, dass zumindest die Klassen fünf bis sieben weiterhin Präsenzunterricht erhalten“, erklärt Schulleiter Rainer Bade auf Anfrage dieser Redaktion. Alle anderen Schüler ab Klassenstufe acht werden nun online unterrichtet.

Ersatzlehrer gefordert

Schon in der vergangenen Woche waren IGMH-Schüler positiv getestet worden. Mittlerweile fallen deshalb 70 von 160 Lehrern und Lehrerinnen aus, die sich in häuslicher Isolation befinden.

Der Mannheimer Landtagsabgeordnete Stefan Fulst-Blei (SPD) fordert in diesem Zusammenhang eine Ausdehnung des Mannheimer Unterstützungssystems Schule (MAUS). Dabei erhalten Schüler Nachhilfe, bei Bedarf auch an Wochenenden und in den Ferien, von außerschulischen Dozenten und Dozentinnen. Sie unterrichten die Kinder unter anderem in Deutsch, Mathematik und Englisch. Laut Anfrage der SPD-Gemeinderatsfraktion verfügt etwa die Abendakademie über zahlreiche Lehrkräfte, die die Schulen „pandemiegerecht in dieser Zeit der Unterversorgung und besonderen Aufgabenstellung effektiv unterstützen könnten“.

Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen vereinbart – allerdings haben fünf Länder zu dem Beschluss jeweils unterschiedliche Protokollerklärungen abgegeben. In dem Beschluss von Bund und Ländern heißt es, dass Personen aus solchen Risikogebieten nur in Beherbergungsbetrieben übernachten dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können. Dieser darf höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden sein. Auch in Rheinland-Pfalz soll es ein solches Verbot geben. Ab wann dieses gelte, sei noch unklar, teilte eine Regierungssprecherin mit. Als Risikogebiete werden Regionen eingestuft, bei denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner gibt. (mit dpa)

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