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Corona-Pandemie Bundesweite Aktion gestartet / Zentrum in Mannheim geht voraussichtlich am 4. Januar in Betrieb

Impf-Mobile bringen Hoffnung in Pflegeheime

Archivartikel

Mannheim/Berlin.Die mobilen Impfteams sind in Mannheim und der Rhein-Neckar-Region gestartet. Nachdem der Corona-Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech zugelassen wurde, haben am Sonntag die Impfungen in ganz Deutschland begonnen. Die Teams in Mannheim starteten vom Maimarktgelände aus. Dort wurde ein Zentrum eingerichtet, in dem voraussichtlich ab 4. Januar Bürger den Wirkstoff erhalten können. Das teilte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz am Sonntag mit.

Den Impfstoff erhalten zunächst hoch vulnerable Gruppen. Also Menschen über 80, Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal. Der Bund ließ am Samstag Zehntausende Impfdosen an insgesamt 27 Standorte liefern. Fünf mobile Teams sind von nun an in Mannheim unterwegs. Geplant ist, dass diese schnellstmöglich alle 32 Alten- und Pflegeheime der Stadt anfahren. Pro Heim brauchen die Teams zwei Tage – es dauert voraussichtlich also rund 13 Tage. Den Anfang in Mannheim machte Christa Maibaum. Sie ist Bewohnerin und Heimbeiratsvorsitzende im Theodor-Fliedner-Haus. Das Alter konnte die Stadt auf Anfrage nicht nennen.

Eine Terminvergabe für eine Impfung ist bereits für über 80-Jährige möglich: Wer die Impfung erhalten möchte, muss sich per Telefon unter 116 117 oder online unter impfterminservice.de anmelden. „Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit ist damit zu rechnen, dass die ersten angebotenen Termine schnell vergeben sein werden“, teilte die Stadt Mannheim mit.

Angaben der Verantwortlichen des Impfzentrums in Mannheim zufolge sind mehr als 80 Prozent der Heimbewohnerinnen und -bewohner bereit, sich impfen zu lassen. „Beim Personal ist der Informationsbedarf noch etwas höher“, sagt Leiterin Nicole Tettweiler.

Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wollen sich deutschlandweit etwa zwei Drittel impfen lassen. 32 Prozent gaben an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent wollen erst mögliche Folgen der Impfung abwarten.

Pannen in Bayern

Im Kreis Bergstraße begann das dortige Impfteam in einer Senioreneinrichtung in Lorsch; im Rhein-Neckar-Kreis machte eine 93-Jährige im GRN-Seniorenzentrum in Schwetzingen den Anfang. In Heidelberg begann am Sonntag zudem die Arbeit im Zentralen Impfzentrum: Dort erhielt Maria Lommatzsch, Stationsleiterin am Universitätsklinikum Heidelberg, als Erste das Vakzin. In ganz Deutschland ist die größte Impfaktion der Geschichte angelaufen. In Bayern kam es in mehreren Landkreisen zu Pannen bei der Kühlung der Impfdosen, die zu einer Verzögerung führten. Komplikationen bei Geimpften wurden zunächst nicht bekannt. Für Aufsehen sorgte ein Seniorenheim in Sachsen-Anhalt, das am Samstag für einen Frühstart verantwortlich war. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief zu einem „nationalen Kraftakt“ auf. „Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können.“ Jede Impfung bedeute weniger Infektionen und Todesfälle. „Wer mitmacht, rettet Leben.“

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