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Corona Im Südwesten zeitweise alle Termine für Zentren vergeben / Großer Aufwand für Pflegeheime

Impfaktion in der Region startet ruckelig

Archivartikel

Berlin/Mannheim/Rhein-Neckar.Die Corona-Impfungen sind angelaufen. Doch der weltweit begehrte Impfstoff ist knapp. Erwartet wird zudem, dass der bis 10. Januar geltende Lockdown verlängert wird. Auch in der Region funktioniert das Impfen noch nicht reibungslos. So waren zeitweise die ersten Termine im Südwesten bereits alle vergeben worden. Von den am Wochenende angebotenen Terminen seien keine mehr verfügbar, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums am Montag. Dies sei auch durch die noch geringe Verfügbarkeit des Impfstoffs bedingt. In einer ersten Charge waren am Wochenende 9750 Dosen an das Land Baden-Württemberg geliefert worden.

Den Großteil der Impfungen gab es bislang in Alten- und Pflegeheimen, da die Menschen dort zu den am stärksten durch die Pandemie Gefährdeten gehörten, so der Sprecher. In den kommenden Wochen rechnet das Land mit rund 90 000 Dosen des Corona-Impfstoffs pro Woche. Es würden dann nach und nach auch mehr Termine zur Verfügung stehen. Bereits am Montag habe es wieder freie Termine gegeben, so der Sprecher. Die zentralen Impfzentren hätten derzeit Termine für die nächsten sechs Wochen bei der Vergabe eingepflegt. Weitere Termine werde es zudem geben, sobald die Kreisimpfzentren nach und nach zur Verfügung stünden.

In Mannheim haben die am Sonntag gestarteten mobilen Impfteams laut Stadt inzwischen fünf Pflegeeinrichtungen angefahren. Im Theodor Fliedner Haus in Mannheim-Feudenheim erklärt Betriebsleiter Thomas Seifert, dass es allen geimpften Bewohnern 24 Stunden nach dem Piks sehr gut gehe. „Mir geht es prima, ich habe keine Nebenwirkungen“, sagt Christa Maibaum am Telefon. Die 80-Jährige ist die erste Mannheimerin, die am Sonntag geimpft wurde. Für alle über 80-Jährigen, die nicht in Pflegeeinrichtungen wohnen, gibt es aktuell nur noch wenige freie Termine.

Angaben der Stadt Mannheim zufolge, plant das Impfzentrum in der Maimarkthalle, die Termine so, dass die Menge an vorhandenem Impfstoff ausreichend ist für zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen. Starttermin für den Betrieb im Mannheimer Impfzentrum ist der 4. Januar.

Hoher Dokumentationsaufwand

In der Pfalz hat ein mobiles Impfteam in einem Speyerer und einem Neuhofener Seniorenheim die ersten Bewohner und Mitarbeiter immunisiert. Allerdings kann es nach Angaben einer Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises – dessen Gesundheitsamt auch für Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal zuständig ist – zu Verzögerungen kommen. Der Dokumentationsaufwand in den Heimen sei hoch, da von jedem Bewohner die Einverständniserklärung vorliegen muss. Könne ein Bewohner diese aufgrund einer Erkrankung wie Demenz nicht mehr selbst erteilen, müssten die Angehörigen oder der Vormund dies übernehmen. „Das verzögert alles“, sagt die Sprecherin. Zudem müsse bei kranken Personen die Impffähigkeit mit dem Hausarzt abgeklärt werden.

In Ludwigshafen hat am Montag mit einem Tag Verzögerung das Impfen begonnen. Ein mobiles Team war mit 135 Dosen in einer Pflegeeinrichtung im Einsatz und immunisierte Bewohner wie Mitarbeiter. Am Dienstag sollen 40 Bewohner und zwei Mitarbeiter einer weiteren Ludwigshafener Einrichtung gegen Corona geimpft werden. Wann das Impfzentrum im Walzmühle-Center den Betrieb aufnimmt, ist noch offen. jei/lia/sin

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