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Pandemie Biontech mit positiven Ergebnissen / Kritik nach Chaos bei „Querdenken“-Demo

Impfstoff in Sicht

Archivartikel

Mainz/Berlin/Ludwigshafen.Ein effektiver Corona-Impfstoff rückt offenbar in greifbare Nähe: Als erste westliche Hersteller haben das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien bislang nicht registriert worden, hieß es.

Biontech und Pfizer wollen voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, er gehe von einer parallelen Beantragung der Zulassung bei FDA und der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Von Biontech hieß es, die Dosen sollten weltweit „fair“ verteilt werden.

Intensivstationen immer voller

Mittlerweile werden die Vorbereitungen für Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland konkret. Fachleute empfehlen, angesichts anfangs wohl knapper Dosen bevorzugt Menschen mit besonders erhöhtem Risiko für schwere Verläufe zu impfen.

Die Gesundheitsämter haben am Montag dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 13 363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Am Montag vergangener Woche waren es 12 097 gemeldete Neuinfektionen. Sorge macht die Situation auf den Intensivstationen. Die Zahl der Corona-Patienten, die dort behandelt werden müssen, hat den Höchstwert vom Frühjahr übertroffen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Montag, dass 3005 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 1688 (56 Prozent) invasiv beatmet. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

In der Region haben bereits erste Krankenhäuser auf den Anstieg der Intensivpatienten reagiert. Das Klinikum Ludwigshafen etwa stellt wegen der Corona-Pandemie die Geburtshilfe ein. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, werde es vorerst keine Geburten mehr in dem Krankenhaus geben, um der Schlüsselrolle im Bereich der Covid-Versorgung im gesamten Rhein-Pfalz-Kreis gerecht zu werden. Man wolle sich in der Krise verstärkt auf seine Kernthemen und die Notfallversorgung konzentrieren.

Entlassung gefordert

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) gerät unterdessen nach dem Chaos bei der „Querdenken“-Demonstration in Leipzig zunehmend unter Druck. Die oppositionelle Linke forderte am Montag seine Entlassung. Auch in der schwarz-grün-roten Koalition knirscht es. „Im Innenministerium muss sich etwas ändern“, forderte der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Albrecht Pallas. Unterdessen hat die Polizei den Sinsheimer Arzt und „Querdenker“ Bodo Schiffmann auf dem Weg zu einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Neubrandenburg gestoppt. Eine Polizeisprecherin sagte, in Mecklenburg-Vorpommern sei die Einreise von Tagestouristen untersagt, Schiffmann habe keine Genehmigung gehabt. Er müsse wieder ausreisen. 

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