Thema des Tages

Kultusministerkonferenz Zu wenige Bewerber für Stellen / Eltern kündigen Klage an

In Deutschland fehlen tausende Lehrer

Berlin/Stuttgart/Mainz.An deutschen Schulen klafft eine große Lehrer-Lücke: Innerhalb von zehn Jahren werden 18 000 Lehrer benötigt. Im laufenden Jahr liegt der Bedarf nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz (KMK) um 11 510 Lehrer über dem Angebot an Bewerbern. Für die bis 2030 reichende Prognose rechnet die KMK mit im Schnitt jedes Jahr 700 fehlenden Lehrern. Der Mangel ist in den ostdeutschen Ländern dramatischer als im Westen.

Die KMK-Prognose rechne mit einem durchschnittlichen Einstellungsbedarf von knapp 32 000 Lehrern pro Jahr, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dem stünden jedoch nicht ausreichend Bewerber gegenüber. Erst für das Jahr 2027 geht die KMK dann davon aus, dass es 3060 mehr ausgebildete Lehrkräfte gibt, als in dem Jahr gebraucht werden.

Heftige Kontroversen

Auch in Baden-Württemberg führen Unterrichtsausfälle zu großem Unmut bei Eltern – und zu einer heftigen Kontroverse im Landtag. Als „Schande für das Land“ wertete SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei die angekündigte Klage der Elternvertreter gegen das Kultusministerium. Redner von Grünen und CDU gaben der SPD eine Mitschuld an der aktuellen Lage. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuvor angekündigt, sie plane 200 neue Studienplätze für Grundschullehrer. Sandra Boser vom Koalitionspartner Grüne will allerdings vor der Zustimmung den tatsächlichen Bedarf klären.

In Hessen ist der Unterrichtsausfall wesentliches Thema vor der Landtagswahl am 28. Oktober. Während SPD, FDP und Linke einen beträchtlichen Ausfall beklagt, bestreitet das Kultusministerium zumindest jeden strukturell bedingten, also im Stundenplan angelegten und durch Lehrermangel bedingten Ausfall. (mit dpa)