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SV Waldhof Gewerkschaft der Polizei kritisiert Vereinsführung nach Ausschreitungen

„Inkonsequent gegen die Krawall-Macher“

Archivartikel

Mannheim.Die Ursachenforschung nach den Ausschreitungen vom Sonntag im Mannheimer Carl-Benz-Stadion und später in der Stadt mit mindestens 45 Verletzten läuft. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe „Relegation“ gebildet. Zurzeit würden Videos aus dem Stadion und aus der Stadt ausgewertet, sagte ein Polizeisprecher.

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp bestätigte auf Anfrage, dass ein Teil der Waldhof-Anhänger von Freitag auf Samstag einen Tag vor dem Spiel eine sogenannte Aufwärm-Party im Stadion gefeiert hätte. Der Geschäftsführer trat möglichen Vermutungen entgegen, dass Waldhof-Anhänger am Samstag einfach bis zum Sonntag im Stadion geblieben seien und somit Vorbereitungen für die gewalttätigen Ausschreitungen getroffen hätten. „Die Besucher dieser Feier sind nicht bis Sonntag geblieben“, sagte Kompp. Er geht davon aus, dass die Krawall-Macher vom Sonntag „Leute waren, die sonst nicht zum Waldhof gehen“. Der Polizeisprecher sagte dazu, es gebe bei der Polizei „keine Erkenntnisse, ob es sich bei den Tätern um einmalige oder regelmäßige Besucher des Stadions“ handle.

Gestern am Abend ließ der SV Waldhof dann in einer Pressemitteilung verlauten, dass es ab sofort keinen Zugang mehr zum Stadion außerhalb der Spieltage geben solle, Container der Fangruppe „Ultras“ nicht mehr auf dem Stadiongelände zugelassen seien und die Videoüberwachung erweitert werde.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mannheim, Thomas Mohr, griff die Vereinsführung des SV Waldhof an und sagte, hier werde an manchen Stellen „falsche Betroffenheit“ vorgespielt. Die Klubführung kenne die Probleme schon lange und gehe „inkonsequent gegen die Krawall-Macher“ vor.

Am Sonntag war das Aufstiegsspiel zur 3. Fußball-Liga zwischen dem SV Waldhof und Uerdingen beim Stand von 1:2 abgebrochen worden. Grund: Böller, Raketen und bengalische Feuer im Stadion.

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