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Corona-Pandemie Gestern wurden 78 Neuinfektionen und vier weitere Todesfälle bekannt

Inzidenz im Kreis steigt wieder stärker an

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße.Im Kreis Bergstraße sind gestern 78 neue Corona-Infektionen bekanntgeworden. Das wird für heute zu einem starken Anstieg der sogenannten Inzidenz führen, also der Zahl der Fälle pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Der Wert, der gestern bei 131,98 lag, steigt dann auf 154. Grund ist, dass die Fallzahl vor Wochenfrist – am Neujahrstag – nur bei 19 lag.

Gestern wurden außerdem vier Todesfälle gemeldet. Betroffen sind eine 70-jährige Person aus Lampertheim sowie eine 64-jährige, eine 69-jährige und eine 80-jährige Person aus Wald-Michelbach. Bisher sind damit im Kreis 135 Menschen der Pandemie zum Opfer gefallen.

Wie das Landratsamt weiter berichtete, sind seit dem Ausbruch der Epidemie 5327 Infektionsfälle registriert worden. Die neuen Fälle stammen unter anderem aus Bensheim (20), Einhausen, Heppenheim (11), Lautertal (2), Lindenfels und Zwingenberg (3). Betroffen sind Pflegeheime in Bensheim und Heppenheim.

Dem Kreis sind 1060 Infizierte bekannt. In den Bergsträßer Krankenhäusern werden 54 Patienten behandelt. Darunter sind 51 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liege ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor. Der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zufolge (www.intensivregister.de) sind im Kreis von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 39 Betten belegt – davon sechs mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; zwei von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

In Hessen sind 2003 weitere Infektionen nachgewiesen worden. Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle auf 147.012, wie aus den Daten des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI, Stand 0 Uhr) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle stieg um 71 auf insgesamt 3349. Die Inzidenz lag landesweit bei 131,5.

Mehr als 400 000 Hessen im Alter von 80 Jahren und älter sollen Anfang kommender Woche vom Land mit einem Brief über die Corona-Impfung informiert werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sie einen Termin für die Schutzimpfung vereinbaren können. Das teilte das Innenministerium mit.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Senioren übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt. Die Landesregierung verweist auch auf mögliche Angebote lokaler Fahrdienste über die Kommunen.

Mehr Homeoffice gefordert

Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen mehren sich Stimmen, die Arbeitgeber stärker in die Pflicht zu nehmen, um den Schutz am Arbeitsplatz zu verstärken. Bund und Länder hatten nach ihren Beratungen am Dienstag keine neuen Vorgaben eingeführt, sondern die Betriebe nur „dringend gebeten“, großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen. Gewerkschaften fordern, Corona-Vorgaben stärker zu kontrollieren.

„Vor allem Großraumbüros sind Risikogebiete“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dieser Redaktion. „Es muss endlich klargemacht werden, dass – wo immer es möglich ist – ein Recht auf Homeoffice gilt.“ Es dürfe nicht den Arbeitnehmern überlassen werden, sich das mühsam zu erkämpfen. Eine halbherzige Bitte an die Arbeitgeber, wie sie von der Regierung komme, reiche nicht aus, fügte Göring-Eckardt hinzu. Auch der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg, sagte: „Für die gesamte Dauer der Pandemie ist es ein zwingendes Gebot, ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten, sofern es die berufliche Tätigkeit zulässt.“ Alle Arbeitgeber seien gefordert.

Aktuell arbeitet jeder vierte Berufstätige ausschließlich im Homeoffice, wie eine repräsentative Befragung im Bitkom-Auftrag von Anfang Dezember ergab. Das entspreche 10,5 Millionen Berufstätigen. Auf weitere 20 Prozent treffe das zumindest teilweise zu.

Weitere Impfstoffdosen für die EU

Zahlen darüber, wie viele Menschen sich im Beruf oder auf dem Arbeitsweg mit dem Coronavirus infizieren, gibt es nicht. „Bei 75 bis 80 Prozent der Infizierten haben wir keine Informationen, wo sie sich angesteckt haben“, sagte Susanne Glasmacher, Sprecherin des RKI, auf Anfrage.

Seit gestern kann aus den Ampullen der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer mehr Impfstoff entnommen werden als bisher. Mengensteigerungen um bis zu 20 Prozent sollen möglich sein. EU-weit gibt es zudem eine neue Vereinbarung über bis zu 300 Millionen weitere Biontech/Pfizer-Dosen. Zugleich meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland mit 1188 neuen Fällen innerhalb nur eines Tages so viele Corona-Tote wie noch nie. Einen weiteren Anstieg in den nächsten Tagen halten Experten für wahrscheinlich. be/mad/dpa/tm

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