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Jetzt drohen Ausgangssperren

Archivartikel

Berlin/Mannheim/Freiburg.Trotz des Appells von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu mehr Disziplin drohen in der Corona-Krise größere Ausgangssperren in mehreren Bundesländern. Am kommenden Sonntag will Merkel dem Vernehmen nach mit den Ministerpräsidenten in einer Telefonschalte darüber beraten.

Freiburg erlässt eine Ausgangssperre für größere Gruppen. Ein Betretungsverbot für öffentliche Orte soll von Samstag bis zum 3. April gelten, wie die Stadt am Donnerstagabend mitteilte. Dabei handelt es sich nicht um eine generelle Ausgangssperre, sagte eine Sprecherin. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten. Man dürfe zudem zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen.

Seit Donnerstag dürfen die Menschen im bayerischen Mitterteich und zwei weiteren Orten nur noch in Ausnahmefällen auf die Straßen. Auch die Wirtschaft wird mit Milliardenprogrammen für Unternehmen unterstützt. Selbst Konzerne wie die Lufthansa und Tui kämpfen um ihre Existenz.

Die Lufthansa legte nahezu die gesamte Flotte still und warb angesichts komplett weggebrochener Buchungen und ungewisser Dauer der Pandemie um milliardenschwere Staatshilfen.

Gegen „Gaststättentourismus“

Die Europäische Zentralbank kündigte ein Notkaufprogramm für Anleihen an. 750 Milliarden Euro will sie in Staats- und Unternehmenspapiere stecken. Die Länder erwägen eine Sondersitzung des Bundesrats in der kommenden Woche.

Der Rhein-Neckar-Kreis hat unterdessen entschieden, über die Coronaverfügung des Landes Baden-Württemberg vom Dienstag noch hinauszugehen: Landrat Stefan Dallinger empfahl den 54 Kommunen, eine Innen- und Außenbewirtschaftung in allen Gastronomiebetrieben zu untersagen. Mitnahmeangebote sollen weiterhin zulässig sein. Dallinger befürchtet unter anderem einen „Gaststättentourismus“, nachdem in Mannheim und Heidelberg die Gaststätten bereits dicht sind.

In Mannheim ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen um neun auf 88 gestiegen. Die Stadt hat die Sammlung des Grünschnitts eingestellt, wird die Sperrmüllabfuhr reduzieren und Ende April ganz beenden. dpa/pwr

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