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Warenhäuser Mannheim, Worms und Landau betroffen / 300 Arbeitsplätze gefährdet

Kaufhof schließt Filiale in der Kunststraße

Archivartikel

Mannheim.Die Filialschließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof treffen auch die Metropolregion Rhein Neckar. Der Handelskonzern hat das Aus für die Filialen in der Mannheimer Kunststraße, in Landau sowie in Worms beschlossen. In Frankfurt schließen die Filialen im Hessen-Center, in der Zeil sowie das Schnäppchencenter Frankfurt. In Rheinland-Pfalz wird auch die Mainzer Filiale zugemacht. Im Südwesten sind damit etwa 300 Mitarbeiter von den Schließungen betroffen.

Insgesamt 62 der 172 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof und zwei Schnäppchencenter sollen geschlossen werden. Rund 6000 der insgesamt 28 000 Mitarbeiter dürften dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren. „Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz am Freitag. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele tausend Arbeitsplätze zu sichern.

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz sagte dazu: „Die Schließung trifft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kundschaft, aber auch unsere Innenstadt selbst. Deshalb erwarten wir, dass das Unternehmen nicht nur Verantwortung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernimmt. Wir werden den Eigentümer der Immobilie außerdem auffordern, ein nachhaltiges Folgenutzungskonzept für die Immobilie vorzulegen, welches die Attraktivität der Mannheimer Innenstadt und der Kunststraße als Einkaufsstandort stärkt.“

Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch sagte: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und ein bitterer Tag für den Einzelhandel in Mannheim.“

Minister Heil appelliert an Eigner

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Beteiligten bei Galeria Karstadt Kaufhof dazu aufgefordert, bei der Sanierung des Unternehmens auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Ich erwarte, dass von pauschalen Kürzungsplänen auf dem Rücken der Beschäftigten Abstand genommen wird“, sagte Heil laut einer Mitteilung seines Ministeriums am Freitag. Zudem sollten Zukunftskonzepte für die von der Schließung bedrohten Filialen entworfen werden. Eigner und Gläubiger seien in der Pflicht, keine „radikalen Abbaupläne“ zu verfolgen, sondern in den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu investieren. „Falls es zu personellen Anpassungsmaßnahmen kommt, erwarte ich, dass ein Sozialplan vereinbart wird“, sagte Heil.

Die Gewerkschaft Verdi hofft, die Zahl der Schließungen noch senken zu können. „Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte das Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. (mit dpa)

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