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Corona 94 neue bestätigte Fälle im Kreis Bergstraße / Ein Ende der Beschränkungen ist bundesweit noch nicht absehbar

Kaum Chancen auf Lockerungen schon ab dem 10. Januar

Archivartikel

Bergstraße/Wiesbaden/Berlin.Die Corona-Impfungen im Kreis Bergstraße verliefen bisher reibungslos, teilte Landrat Christian Engelhardt am Dienstag bei einer Video-Pressekonferenz mit. Die Anlieferung weiterer Impfdosen laufe nun auch dynamischer. 1925 Impfdosen erhalte der Kreis bis zum Jahresende. Zu Beginn wird in Kliniken sowie in Pflegeheimen geimpft. Es hätten aber noch nicht alle Einrichtungen die Unterlagen abgegeben, die nötig sind, damit sich die Mobilen Impfteams dort an die Arbeit machen können, sagte der Landrat. Er werde diese Einrichtungen auffordern, das nachzuholen, kündigte er an.

Sobald mehr Impfstoff da ist, sollen zunächst die sechs regionalen Impfzentren Hessens öffnen, später dann auch die 22 übrigen im Land. Zu Letzteren zählt auch das Bergsträßer Impfzentrum am Berliner Ring in Bensheim. Noch sei nicht klar, ob die Impfberechtigten direkt angeschrieben werden oder ob es nur den öffentlichen Aufruf gibt, sagte Engelhardt. Es sei aber vorgesehen, dass sich die Personen selbst für Termine anmelden, per Telefon oder Internet.

Für den Kreis Bergstraße wurden am Dienstagabend 94 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet. Außerdem waren im Zusammenhang mit dem Virus vier weitere Todesfälle zu verzeichnen, darunter eine 80-jährige Person in Lindenfels. Der offizielle aktuelle Inzidenzwert liegt bei 107,58. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings weiterhin, dass auch die Weihnachtstage in die Berechnung eingehen, an denen deutlich weniger getestet worden ist.

Die am Dienstag gemeldeten neuen Fälle verteilen sich u. a. auf Bensheim (10), Bürstadt (18), Fürth (6), Heppenheim (15), Lampertheim (8), Lindenfels (4), Lorsch (1) und Viernheim (13). An Einrichtungen aktuell besonders betroffen sind u. a. eine Kita und eine Pflegeeinrichtung in Bensheim.

In ganz Hessen wurden am Dienstag nach Zahlen des Robert-Koch-Institus 400 weitere Coronavirus-Infektionen registriert. Außerdem kam es zu 71 weiteren Todesfällen im Zusammenhang mit Corona.

Unterdessen mehren sich eine Woche vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen die Stimmen für eine Verlängerung des Lockdowns. Auf die Frage, ob er Anlass sehe, Schülern, Eltern oder Geschäftsinhabern Hoffnungen auf ein Ende des Lockdowns ab 10. Januar zu machen, antwortete Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) der Deutschen Presse-Agentur: „Wir müssen ehrlich und realistisch bleiben. Diese Hoffnung kann niemand seriös wecken.“ Ähnliche Signale kamen von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder. Zwar gab es am Dienstag im Vergleich zur Vorwoche einen Rückgang bei den Corona-Neuansteckungen. Die aktuellen Zahlen bezeichnete Laschet aber im ARD-„Mittagsmagazin“ als nicht repräsentativ und verwies auf weniger Tests und Meldungen über die Weihnachtstage. Müller sagte im ZDF: „Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen“.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht schaltete sich in die Debatte über eine mögliche Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften ein. Es sei nicht einmal klar, ob die Impfung vor der Weitergabe der Infektion schütze, sagte die SPD-Politikerin. „Allein deshalb verbieten sich gegenwärtig Privilegien für Geimpfte.“ Solange nicht allen ein Impfangebot gemacht werden könne, sei es „ein Gebot der Fairness und der Solidarität, Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten“. Derzeit warnen viele davor, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Zugang zu bestimmten Dienstleistungen oder Orten zu machen. kbw/hol/dpa

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