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Coronavirus Ein neuer Infektionsfall im Landkreis Bergstraße

Kein Kreis in Hessen nahe der 50-Fälle-Schwelle

Wiesbaden/Frankfurt/Bergstraße.In Hessen liegen weiterhin alle Kreise und Städte weit unter der zulässigen Schwelle für Neuinfektionen. Den höchsten Wert hat aktuell Frankfurt, wo es in dieser Woche viele Corona-Infektionen in einem Flüchtlingsheim gab. Keinen einzigen bestätigten Fall gab es in der zurückliegenden Woche im Vogelsbergkreis.

Wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Freitag mitteilte, liegt die Zahl der insgesamt seit Beginn der Tests bestätigten Fälle in Hessen bei 9656, das waren 82 mehr als am Vortag. In den letzten sieben Tagen kamen 423 Neuinfektionen dazu. 457 Menschen sind bisher in Hessen an Covid-19 gestorben, von Donnerstag auf Freitag kamen sechs Todesfälle dazu.

Im Kreis Bergstraße gibt es einen neuen Infektionsfall. Insgesamt sind damit 341 Infizierte seit Beginn der Pandemie registriert. Mittlerweile gibt es 297 Genesene. Zudem hat es drei Todesfälle gegeben. Damit sind im Kreis Bergstraße 41 Fälle bekannt, die momentan mit dem Virus infiziert sind. Vier Patienten befinden sich in stationärer Behandlung. Insgesamt gab es im Kreis innerhalb der letzten sieben Tage sieben Neuinfektionen. Damit gibt es 2,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner.

Bund und Länder hatten festgelegt, dass Beschränkungen verhängt werden müssen, wenn es in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt in einer Woche mehr als 50 neue Fälle je 100 000 Einwohner gibt. Die anteilig meisten neuen Infektionen in den vergangenen sieben Tagen gab es in Frankfurt: Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag am Freitag bei 18 pro 100 000 Einwohnern. Danach folgten Wiesbaden mit zwölf und der Main-Taunus-Kreis, Stadt und Kreis Offenbach mit elf.

Die meisten Todesfälle (60) gibt es weiterhin im Odenwaldkreis, Frankfurt liegt mit 59 dicht auf. In der Statistik des Ministeriums werden nur Angaben erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt worden sind.

Kein Protest in Bensheim

Während die Bergsträßer Initiatoren nach drei Kundgebungen zur aktuellen Corona-Situation entschieden haben, diese Samstag-Treffen in Bensheim zu beenden, sind in Frankfurt am Wochenende knapp zehn Demonstrationen geplant. Etwa 900 Menschen sollen bei den verschiedenen Protesten auf die Straße gehen. Unter anderem seien mehrere Aktionen gegen die Corona-Beschränkungen angemeldet, teilte das Ordnungsamt in Frankfurt mit. Nach Angaben der Behörde hatte ein privater Veranstalter für Samstag rund 500 Personen für eine Demonstration angekündigt. Weitere 40 Menschen würden bei einem weiteren Protest erwartet. Am Sonntag sollen zudem 50 Leute bei einer anderen Demonstration gegen Grundrechtseinschränkungen protestieren.

Die Oper Frankfurt tastet sich derweil mit kleiner Besetzung und stark reduzierter Platzzahl an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs heran. Nachdem das Land Hessen die Auflagen für Kulturveranstaltungen gelockert hat, wollte man „so schnell wie möglich wieder live vor Publikum spielen“, teilte das mehrfach ausgezeichnete Opernhaus am Freitag mit. Als erste Vorstellung nach der Zwangsschließung ist am kommenden Freitag (29. Mai) ein Gesangsabend mit der schwedischen Sopranistin Maria Bengtsson angekündigt. Mit ihr treten nur ihre Klavierpartnerin, eine weitere Sängerin und einige Orchestermitglieder auf. In den fast 1400 Personen zählende Zuschauerraum dürfen nur 100 Besucher.

Bordellbetreiber wehren sich

Frankfurter Bordellbetreiber wehren sich indessen in einem Eilverfahren dagegen, dass ihre Bordelle in der Corona-Krise weiterhin geschlossen bleiben sollen. Ein entsprechender Antrag ging am Mittwoch beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel ein, wie ein Sprecher des VGH am Freitag mitteilte. Der Antrag richtet sich gegen die Corona-Verordnung des Landes Hessen. Geltend machen wollen die elf Bordellbetreiber insbesondere einen Verstoß gegen die Berufsfreiheit. Die „Bild“-Zeitung hatte zunächst berichtet. lhe/red

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