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Gipfel Nordkorea verspricht nukleare Abrüstung / US-Präsident will „Kriegsspiele“ mit Südkorea abschaffen

Kim reicht Trump die Hand

Singapur.US-Präsident Donald Trump hat auf seinem Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un das erneute Versprechen für eine atomare Abrüstung erhalten, jedoch ohne konkreten Fahrplan. Bei dem historischen Treffen gestern in Singapur unterzeichneten beide Politiker eine eher vage Vereinbarung, die „baldmöglichst“ Gespräche vorsieht, um die Ergebnisse „zügig“ umzusetzen. Trump feierte den Gipfel als Erfolg. Die Sanktionen sollen aber bestehen bleiben. Allerdings stellte Trump schon aus Kostengründen ein Ende der „Kriegsspiele“ der USA mit dem Verbündeten Südkorea in Aussicht.

In der Vereinbarung nach dem Gipfel im Luxushotel Capella auf der Insel Sentosa erklärt Kim sein „festes und unerschütterliches Bekenntnis“ zu einer „umfassenden“ atomaren Abrüstung. Auf konkrete Abrüstungsschritte, die Trump vorher wiederholt gefordert hatte, legte er sich aber nicht fest. Auf kritische Journalistenfragen dazu verteidigte der US-Präsident die „ziemlich umfassende Vereinbarung“. Für mehr habe es aber nicht gereicht: „Es gab nicht genug Zeit.“

Die Gipfelergebnisse stießen weltweit auf positive Reaktionen. Südkoreas Präsident Moon Jae In lobte Trump und Kim für ihre „mutigen Entscheidungen“: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sah „einen Schritt hin zu einer umfassenden Lösung der verschiedenen Probleme mit Nordkorea“. China sprach von einem „wichtigen Fortschritt“. Russland schlug vor, die Gespräche in dem 2009 festgefahrenen Sechser-Format aufzunehmen. Daran hatten außer den USA und Nordkorea auch China, Südkorea, Japan und Russland teilgenommen.

In der Vereinbarung erklärte sich Trump zu Sicherheitsgarantien für Nordkorea bereit. Auf einer Pressekonferenz verkündete der US-Präsident überraschend, dass er die Militärmanöver seines Landes mit dem Verbündeten Südkorea stoppen wolle. Er ließ aber offen, ab wann.

„Diese Kriegsspiele sind sehr teuer“, sagte Trump. Südkorea leiste seinen Beitrag, „aber nicht 100 Prozent“. Die jährlichen Manöver der USA mit Südkorea sind ein wichtiger Teil ihres Sicherheitsbündnisses. 

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