Thema des Tages

Hitlerglocke Evangelische Landessynode der Pfalz befasst sich auf Tagung im November mit Gesetzentwurf zu NS-Erbstücken

Kirche will Nazi-Relikte loswerden

Archivartikel

Herxheim am Berg/Speyer.Wie geht die Evangelische Kirche zukünftig mit Objekten um, die Elemente nationalsozialistischer oder antisemitischer Propaganda wie etwa Hakenkreuze enthalten? Diese Frage stellt sich die pfälzische Landeskirche demnächst auf einer Tagung der Landessynode im November auf Betreiben der Synodalen Ulrich Sarcinelli und Christoph Picker.

Als Begründung für den Antrag auf Schaffung eines entsprechenden Gesetzes diente den beiden das Beispiel der sogenannten Hitlerglocke in Herxheim am Berg. Die Evangelische Kirche der Pfalz habe in der Diskussion Schaden genommen. Es sei der Eindruck entstanden, dass sich kirchliche Akteure nicht entschieden genug von Nationalsozialismus und Antisemitismus distanzieren, heißt es in dem Papier, das dieser Redaktion vorliegt.

Die neue Regelung, über die die Synodalen entscheiden sollen, soll demnach sicherstellen, dass Objekte wie die Hitlerglocke nicht im kirchlichen Gebrauch bleiben, sondern entfernt oder museumspädagogisch aufbereitet und präsentiert werden. Scharfe Kritik am Umgang mit der Glocke übte seinerzeit der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. „Wie eine Kirchenglocke, die einem der größten Menschheitsverbrecher der Geschichte gewidmet ist, mit dem Christentum vereinbar sein soll, ist mir ein Rätsel“, sagte er nach der Entscheidung des Gemeinderats, die Glocke hängenzulassen. Damals wurde weltweit berichtet. 

Zum Thema