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Grüne Der baden-württembergische Grüne will es 2021 noch einmal wissen

Kretschmann tritt bei den Landtagswahlen wieder an

Stuttgart.Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) strebt eine dritte Amtszeit an und will bei der Landtagswahl 2021 wieder als Spitzenkandidat seiner Partei antreten. Dies erklärte der 71-Jährige gestern in Stuttgart. Zudem wolle er bei einer erneuten Wahl nicht vorzeitig abtreten – und die volle Amtszeit von fünf Jahren machen. Am Ende der Legislaturperiode wäre Kretschmann fast 78 Jahre alt.

„Entscheidend ist, dass man dem Amt körperlich und geistig gewachsen ist. Diesen Eindruck habe ich von mir selber“, sagte Kretschmann, der seit 2011 Baden-Württembergs Ministerpräsident ist. Der Oberschwabe ist der einzige grüne Regierungschef in der deutschen Geschichte. Von 2011 bis 2016 regierten Kretschmanns Grüne im Land mit der SPD, seitdem mit der CDU als Juniorpartner.

Kretschmann erklärte gestern, vor allem aus der Partei habe er immer wieder den Wunsch gehört, nochmals anzutreten. Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen. Jedoch stehe Baden-Württemberg bei der Klima- oder Wirtschaftspolitik vor enormen Herausforderungen. Die nächste Wahl werde sicher kein Spaziergang, sagte Kretschmann zu den Chancen einer Wiederwahl. Er wird herausgefordert von CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann, die Kultusministerin im grün-schwarzen Kabinett ist. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt mit einem anderen Gegenkandidaten als Winfried Kretschmann gerechnet“, erklärte Eisenmann gestern.

Kretschmann appellierte an den Koalitionspartner CDU, nicht schon jetzt in den Wahlkampfmodus zu verfallen. Bei den Grünen war die Freude groß. Die beiden Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck sagten, Kretschmann genieße großes Ansehen und Vertrauen und schaffe es, „auf besondere Weise Bindekraft für die Breite der Gesellschaft zu entfalten“. Auch die Spitze der Südwest-Grünen freute sich. „Mitte und Maß verkörpert in der Politik niemand so gut“, sagte die Landesvorsitzende Sandra Detzer. Der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir, der als potenzieller Nachfolger Kretschmanns gehandelt wurde, sprach ebenfalls von „einem guten Tag“.

In den anderen Parteien gab es ein geteiltes Echo. FDP-Landeschef Michael Theurer sagte, mit klaren inhaltlichen Trendwenden könnten die Grünen unter Kretschmann zukünftig auch Partner für die FDP sein. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke bezweifelte, dass Kretschmann bei einer Wiederwahl eine volle Legislaturperiode im Amt bleibe. Laut SPD-Landeschef Andreas Stoch beschwöre Kretschmann die weltpolitischen Herausforderungen –und bleibe Antworten im eigenen Land schuldig.“

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