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Coronavirus Debatte über weitere Lockerungen vor dem Gipfel mit Kanzlerin Merkel / Am zweiten Tag in Folge keine Neuinfektionen im Kreis

Länder suchen eigene Wege aus der Krise

Archivartikel

Berlin.Trotz der bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise suchen immer mehr Bundesländer eigene Wege zurück zur Normalität. Niedersachsen will die Regeln für Schulen, Gastronomie und Hotels bis Ende Mai deutlich lockern. In Sachsen-Anhalt dürfen sich Bürger seit gestern zu fünft statt nur zu zweit treffen. Nordrhein-Westfalen drohte mit einem Alleingang bei der Kita-Öffnung, sollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) morgen mit den Ministerpräsidenten keinen einheitlichen Kurs finden.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, am Ziel einer gemeinsamen Strategie von Bund und Ländern ändere sich nichts. Es gehe darum, die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie nicht zu gefährden und keinen Rückfall zu riskieren. Gleichzeitig aber könne es „natürlich regionale, lokale Nuancen geben“.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte das Vorpreschen einzelner Bundesländer. Er sei ein „bisschen unglücklich“ darüber, dass manche jetzt schon über das hinausgingen, was Bund und Länder vergangene Woche vereinbart hätten, sagte er. Der CSU-Vorsitzende sprach sich für einen gemeinsamen Rahmen und gemeinsame Maßstäbe aus, hält gleichzeitige Entscheidungen aber nicht mehr für zentral. Bayern werde weiter einen vorsichtigeren Weg gehen.

Spätestens in der übernächsten Woche soll es einen größeren Öffnungsschritt an den Schulen in Hessen geben. Dies kündigte Kultusminister Alexander Lorz an. Das Land verfolge dabei weiter die Strategie „von oben nach unten“, weil ältere Schüler sich besser an die Regeln halten könnten. Derzeit sind weiterführende Schulen für den Unterricht von rund 110 000 Jugendlichen der Abschlussjahrgänge geöffnet.

Viel los bei den Friseuren

Die Friseursalons haben nach der Wiedereröffnung alle Hände voll zu tun. Doch wie sie ihr Handwerk genau ausführen dürfen, ist teilweise noch unklar. „In Nuancen ist die Auslegung noch nicht ganz klar“, sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Friseurhandwerk Hessen, René Hain. Derzeit hielten sich die Salons an die Richtlinien der Berufsgenossenschaft zu den Arbeitsschutzstandards. Durch die Vorschriften benötigen die Friseure länger für einen Kunden als gewöhnlich, viele Salons sind für die nächsten Wochen bereits ausgebucht.

Außer der Nutzung von Spielplätzen sind seit gestern Besuche in den Zoos und Museen wieder erlaubt. Gestern öffnete der Opel-Zoo in Kronberg – mit Besucherzählung. Der Frankfurter Zoo wird morgen seine Pforten öffnen. Die Zahl der täglichen Besucher sei auf 750 beschränkt, teilte die Stadt mit. Gleichzeitig dürfen nur maximal 250 Menschen im Zoo unterwegs sein. Heute wollen auch viele Museen wieder öffnen.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Hessen ist bis zum Montagvormittag (Stand 10.30 Uhr) auf 8541 gestiegen. Das waren 27 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um zwei auf 372 an.

Im Kreis Bergstraße gab es gestern keinen neuen Corona-Infektionsfall. Da auch am Sonntag keine neuen Infektionen gemeldet wurden, sind nach wie vor insgesamt 312 Fälle bekannt. 257 Infizierte seien mittlerweile genesen, teilte das Landratsamt am Abend mit. Wie schon am Sonntag beträgt die Zahl der Patienten in stationärer Behandlung sechs. dpa/tm

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