Thema des Tages

Parteivorsitz NRW-Ministerpräsident geht auf Distanz zu Gesundheitsminister Spahn

Laschet warnt CDU vor Rechtsruck

Archivartikel

Berlin.Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die künftige CDU-Spitze vor einem Rechtsruck gewarnt. Zugleich distanzierte er sich von Gesundheitsminister Jens Spahn, der den Flüchtlingszuzug als gravierendes Problem für Deutschland sieht. Laschet sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet.“

Spahn, der sich neben Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel an der CDU-Spitze bewerben will, hatte am Vortag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ geschrieben, dass es nach wie vor „eine jährliche ungeordnete überwiegend männliche Zuwanderung in einer Größenordnung von Städten wie Kassel oder Rostock“ gebe, was es zu begrenzen gelte.

„Wähler zurückgewinnen“

Spahn, der aus dem NRW-Landesverband der CDU kommt, gilt als konservativer Gegenspieler von Merkel. Laschet, der auch Parteivize im Bund ist, will sich dafür einsetzen, dass die Christdemokraten einen „Kurs der Mitte“ nicht verlassen. Er selbst hatte erklärt, sich nicht für den Vorsitz der Bundes-CDU bewerben zu wollen. Nach Darstellung des „Spiegel“ wird die Kandidatur von Merz von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble befördert. Schäuble soll Merz schon seit einiger Zeit geraten haben, sich auf die Nachfolge Merkels vorzubereiten.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus betonte, an der Spitze einer Volkspartei müsse ein Brückenbauer stehen. „Einer, der die unterschiedlichen Gruppen in der CDU zusammenführt und ausgleicht“, sagte Brinkhaus der Funke-Mediengruppe. Es gehe „nicht um eine Verschiebung des Koordinatensystems nach links oder rechts“. Bei der Landtagswahl in Hessen habe die CDU an die Grünen wie auch an die AfD verloren. „Unser Anspruch muss sein, diese Wähler zurückzugewinnen.“ dpa