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Corona Kanzlerin und Ministerpräsidenten beschließen stärkere Kontaktbeschränkungen / Deutlich mehr Impfdosen im zweiten Quartal

Lockdown länger – und strenger

Archivartikel

Berlin.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung auf einen harten Januar vorbereitet. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, solle an privaten Treffen künftig maximal eine Person teilnehmen, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, sagte die Kanzlerin am Dienstagabend in Berlin nach Online-Beratungen mit den Regierungschefs der Länder. Bislang gilt, dass sich maximal fünf Personen aus bis zu zwei Haushalten treffen dürfen.

Gleichzeitig machte Merkel mit Blick auf die neu entwickelten Impfstoffe Hoffnung. „Wir wissen, dass mit den nunmehr verfügbaren Impfstoffen eine Perspektive da ist für eine Normalisierung unseres Alltags“, sagte die Kanzlerin. Nach den Beschlüssen gelten die bisher bis zum 10. Januar befristeten Maßnahmen bis zum Monatsende fort. Das betrifft zum Beispiel die Schließung der meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen.

Auf Menschen in Landkreisen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen kommt eine drastische Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zu. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern sollen die Länder lokale Maßnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen. Davon kann nur aus einem triftigen Grund abgewichen werden. Touristische Tagesausflüge stellten keinen triftigen Grund dar, heißt es im Beschlusspapier von Bund und Ländern. Der Lockdown für Schulen und Kitas wird demnach ebenfalls bis Ende Januar verlängert.

Auch in Hessen werden die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis Ende Januar verlängert. Das kündigte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier an. „Die Lage ist nach wie vor außerordentlich ernst“, sagte Bouffier.

In Deutschland können nach Einschätzung Merkels im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Dann werde es „nach menschlichem Ermessen“ deutlich mehr Impfdosen geben, sagte sie. Die Kanzlerin warb um Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. „Wir werden im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können.“ Zudem sei es richtig, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten in der Europäischen Union organisiere.

Für den Kreis Bergstraße wurden gestern 108 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet, darunter 13 in Bensheim, 19 in Heppenheim, zwei in Einhausen und einer in Lindenfels. Betroffen sind Pflegeeinrichtungen in Bensheim, Bürstadt, Heppenheim, Lampertheim und Lindenfels. Eine 94 Jahre alte Person aus Lampertheim ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Dadurch gibt es im Kreis Bergstraße mittlerweile insgesamt 122 Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz wurde am Dienstagabend mit 133 angegeben. dpa/red

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