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Diplomatie Deutscher Außenminister irritiert mit Vorschlag nach Ausschreitungen in Washington / Kritik aus der Union

Maas bietet USA Marshallplan für Demokratie an

Archivartikel

Washington.Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington hat Bundesaußenminister Heiko Maas den USA eine engere Zusammenarbeit im Kampf für die Demokratie angeboten. „Wir sind bereit, mit den USA an einem gemeinsamen Marshallplan für die Demokratie zu arbeiten“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Wir dürfen den Feinden der liberalen Demokratie keinen Raum geben. Das gilt nicht nur in den USA, sondern genauso bei uns in Deutschland und Europa.“ Mit seinem Vorstoß handelte sich Maas Kritik ein. Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag, Johann David Wadephul, warnte vor Belehrungen. „Wir sollten gegenüber der ältesten westlichen Demokratie aber nicht als Oberlehrer auftreten.“

Am Mittwoch waren Proteste wütender Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump in Washington eskaliert. Der künftige Präsident Joe Biden, der am 20. Januar vereidigt werden soll, hatte selbst von einem beispiellosen Angriff auf die Demokratie gesprochen. Maas sagte Biden zu, dass er sich im Kampf für die Demokratie auf Deutschland verlassen könne. Was ein „Marshallplan für Demokratie“ beinhalten könnte, blieb unklar. Mit dem nach dem damaligen US-Außenminister George C. Marshall benannten Programm förderten die USA nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau europäischer Staaten. dpa

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