Thema des Tages

Aktivismus Gruppe will Bewusstsein für das sogenannte Catcalling im öffentlichen Raum schaffen – und fordert dessen Strafbarkeit

Mannheimerinnen kreiden verbale sexuelle Belästigung an

Mannheim.In der Quadratestadt macht eine neue Aktivistinnengruppe auf das sogenannte Catcalling aufmerksam: Die Frauen zwischen 17 und 29 malen Sprüche verbaler sexueller Belästigung mit Kreide am Ort des Vorfalls in der Stadt auf den Boden. Unter Catcalling versteht man, wenn Frauen auf der Straße Rufe, Pfiffe und Sprüche zu hören bekommen. Meist sind diese sexuell aufgeladen. Die Mannheimer Gruppe betreibt den Instagram-Kanal „catcallsof_mannheim“ und stellt dort Fotos der „Ankreidungen“ ins Netz. Betroffene Frauen melden über den Kanal die Vorfälle und den Ort der Belästigung.

Man wolle „ein Bewusstsein“ für die Thematik – und des breiten Spektrums – der verbal sexualisierenden Belästigung im öffentlichen Raum schaffen, sagt Aktivistin Franka. Die Gruppe bezieht sich auf eine Petition der Studentin Antonia Quell aus Fulda. Die fordert auf der Internetplattform Openpetition: „Es ist 2020. Catcalling sollte strafbar sein.“ Der Petition schließt sich auch die Mannheimer Gruppe an. Mittlerweile haben die Petition über 57 000 Menschen unterzeichnet. In Frankreich ist Catcalling bereits strafbar.

Straßenmalerei stellt nach Angaben der Stadt eine erlaubnispflichtige Sondernutzung dar. Wer ohne Genehmigung zeichnet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Zum Thema