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Gewalt Dutzende Tote in Texas und Ohio / 21-jähriger Attentäter von El Paso soll ausländerfeindliches Motiv haben

Massaker an zwei Orten erschüttern die USA

Archivartikel

El Paso/Dayton.Bewaffnete Angreifer haben binnen 24 Stunden an zwei verschiedenen Orten in den USA 29 Menschen erschossen. In einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso in Texas tötete ein Schütze mindestens 20 Menschen, 26 weitere wurden verletzt, wie Polizeichef Greg Allen mitteilte. Der mutmaßliche Täter ergab sich.

In der Nacht zum Sonntag fielen in Dayton (Ohio) Schüsse nahe einer Bar im Zentrum: Neun Menschen starben, 27 weitere wurden verletzt. Unter den Toten ist nach Polizeiangaben auch die Schwester des Schützen. Sie sei mit 22 Jahren das jüngste Opfer. Polizisten töteten den 24-jährigen weißen Angreifer. Sein Motiv ist noch unklar. Die Opfer waren zwischen 22 und 57 Jahre alt. Sechs der Toten sind Afroamerikaner.

Bei dem Schützen in El Paso an der Grenze zu Mexiko handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Polizeichef Allen sagte, es gebe ein „Manifest“. Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob die Kampfschrift tatsächlich von dem Verdächtigen stamme. In dem Pamphlet heißt es unter anderem: „Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.“

Der Autor des Pamphlets von El Paso äußert in dem vierseitigen Text seine Unterstützung für den rassistischen Attentäter von Christchurch, der Mitte März in Neuseeland zwei Moscheen angegriffen und 51 Menschen getötet hatte. Die „New York Times“ berichtete, der Text sei 19 Minuten vor dem ersten Notruf in El Paso online gegangen.

Vorwurf des Hassverbrechens

Zu den Motiven des Schützen in Dayton (rund 140 000 Einwohner) sowie dessen Identität konnte die Polizei zunächst nichts sagen. Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt. Der Mann habe mit einer Langwaffe geschossen, sagte der leitende Polizeibeamte Matt Carper.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, kündigte an, die Strafverfolgung werde sich nicht nur auf den Vorwurf des Mordes, sondern auch auf den eines Hassverbrechens konzentrieren. Die Ermittler stufen das Massaker als inländischen Terrorismus ein. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, die Todesstrafe fordern zu wollen. US-Präsident Donald Trump nannte die Tat in El Paso „hasserfüllt“ und einen „Akt der Feigheit“.

CNN berichtete, Familien hätten in dem betroffenen Ladenkomplex für den bevorstehenden Beginn des neuen Schuljahres eingekauft. Auch rund 100 Mitarbeiter der Supermarktkette Walmart seien zugegen gewesen. Der älteste Verletzte sei 82 Jahre alt. dpa

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