Thema des Tages

Kliniken Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz melden steigende Aufnahmen

Mehr Jugendliche in psychischer Not

Archivartikel

Mannheim.Wegen psychischer Probleme werden immer mehr Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg, Rheinland- Pfalz und Hessen stationär in der Psychiatrie behandelt. Das geht aus Zahlen der jeweiligen Sozialministerien hervor.

So ist die Zahl der Betroffenen in Baden-Württemberg zwischen 2013 und 2017 um rund 15 Prozent auf mehr als 7100 gestiegen. In Rheinland-Pfalz erhöhte sie sich im gleichen Zeitraum um acht Prozent, in Hessen legte sie zwischen 2014 und 2017 um elf Prozent zu. Für 2018 lagen auf Anfrage noch keine aktuellen Zahlen vor.

Auffällig sei, dass vor allem die Zahl der „Kriseninterventionen“ steige – „also die Fälle, in denen wir Patienten ungeplant in einer akuten Situation aufnehmen“, erklärt Michael Brünger, Chefarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Pfalzklinikums in Klingenmünster. Dazu zählten zum Beispiel Jugendliche, die Selbstmordabsichten äußern. Zum Pfalzklinikum gehört unter anderem eine Tagesklinik mit 20 Plätzen für Kinder und Jugendliche in Speyer.

Zusätzliche Betten geplant

Auch das Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) beobachtet nach eigenen Angaben eine Zunahme von Notaufnahmen bei Jugendlichen. Dort gibt es in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie aktuell 51 vollstationäre und zehn teilstationäre Plätze – die Einrichtung ist nach eigenen Angaben „seit Jahren fast immer voll ausgelastet“.

Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen haben die Bundesländer die Zahl der Betten und Plätze in entsprechenden Kliniken zuletzt erhöht oder planen dies – auch in der Region. So bekommt die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Mannheimer ZI nach eigenen Angaben in diesem Jahr 15 weitere Behandlungsplätze dazu. Auch andere Kliniken der Region erhöhen die Kapazitäten.