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Bäder DLRG-Chef Fabian Widder besorgt / CDU-Abgeordneter Nikolas Löbel berichtet darüber, nicht schwimmen zu können

Mehr Nichtschwimmer durch Corona-Pandemie befürchtet

Archivartikel

Mannheim.Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sinkt die Zahl der sicheren Schwimmer in Deutschland seit Jahren – die Corona-Pandemie könnte das noch verschärfen. Nach einer DLRG-Schätzung sind bereits Schwimmkurse für mindestens 20 000 Menschen ausgefallen.

Viele Erwachsene und Kinder können oft aus den verschiedensten Gründen nicht schwimmen. Ein Grund: Die Voraussetzungen zum Schwimmenlernen fehlen. Zum Beispiel die Wasserfläche, dazu gehört auch die Anzahl der Bäder, die es in einer Stadt gibt.

„Wir stehen noch sehr gut da verglichen mit anderen Städten“, sagt Fabian Widder, Vorstandsvorsitzender der DLRG, Bezirk Mannheim. Denn man verfüge in Mannheim über viele Bäder. Zudem arbeite man gut mit der Stadt zusammen. Das „noch“ verwendet Widder in seiner Antwort, weil er bei dieser Corona im Hinterkopf hat. Insbesondere im nahenden Herbst: „Wenn wir da bei den Kursen noch den Winter verlieren, einen Teil der nächsten Saison verlieren – dann ist es nicht ausgeschlossen, dass sich eine Lücke auftun kann und es in dieser gehäuft Nichtschwimmer geben wird“, sagt Widder auch in Bezug auf das Schulschwimmen.

In Baden-Württemberg sind zwar 2019 deutlich weniger Menschen ertrunken als im Jahr zuvor. 37 Menschen kamen nach DLRG-Angaben in Südwest-Gewässern ums Leben. Das waren 25 weniger als 2018. Dies sei jedoch kein Grund zur Entwarnung, betonte die Hilfsorganisation.

Vor allem in Flüssen und Seen bestehe ein vergleichsweise hohes Risiko zu verunglücken. Und auch hier verschärft sich die Situation durch Corona. Denn durch die Beschränkungen und Regelungen in den Freibädern weichen die Menschen an unbewachte Flüsse oder Seen aus. Selbst die geübtesten Schwimmer begeben sich dabei in akute Lebensgefahr.

Der Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel spricht unterdessen erstmals ausführlich darüber, dass er nicht schwimmen kann und es nun lernen will. Im Podcast-Interview des „Mannheimer Morgen“ sagt Löbel: „Ich bin Nichtschwimmer.“

Es sei eine Angst, die ihn schon sein ganzes Leben begleite. „Eine Schwäche, die man ungern zugibt“, erklärt Löbel. Darüber zu reden, falle einem nicht leicht. „Aber ich glaube, dass darüber zu reden vielleicht auch hilft. Vielleicht mir, vielleicht auch anderen“, sagt der 34-jährige Politiker.

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