Thema des Tages

Jerusalem-Krise Verletzte bei Unruhen in Palästinensergebieten / Raketenangriff auf Israel

Merkel mit Trumps Nahostpolitik unzufrieden

Berlin/Jerusalem/Gaza.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Alleingang von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels kritisiert. Die Bundesregierung sei mit der Entscheidung Trumps „nicht einverstanden“, sagte Merkel gestern in Berlin. Sie wünsche sich eine Wiederbelebung der Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung, in deren Rahmen auch der Status von Jerusalem verhandelt werden müsse.

Mit Blick auf ein mögliches stärkeres Engagement Europas oder Deutschlands im Nahost-Friedensprozess sagte die Kanzlerin, die EU könne sich dabei zwar mit einbringen, aber allein werde Europa keine Lösung für die Region finden. Dazu seien auch die USA notwendig. Deutschland halte sich hier an die einschlägigen UN-Resolutionen.

In den Palästinensergebieten kam es zu Unruhen. In Ramallah, Hebron, Bethlehem und am Rande des Gazastreifens wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens 80 Palästinenser verletzt. Für heute wurde eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates angesetzt. Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen griff Israels Armee Stützpunkte der dort herrschenden Hamas an. Eine Rakete sei im Süden Israels explodiert, teilte das Militär mit. Daraufhin hätten ein Panzer und ein Kampfjet der Streitkräfte zwei Posten im Gazastreifen beschossen. dpa