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Pandemie Bund und Länder vereinbaren Sperrstunden und erweiterte Maskenpflicht bei steigenden Infektionszahlen

Merkel verlangt „beherzten Schritt“ gegen Corona

Berlin/Mannheim.Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben Bund und Länder schärfere Corona-Regeln vereinbart. Dazu gehören weniger Gäste bei Feiern sowie eine Sperrstunde in Hotspots, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder im Kanzleramt erfuhr.

Merkel forderte die Länder zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. „Wollen wir einen beherzten Schritt machen oder uns wieder Woche für Woche treffen wie im Frühjahr“, sagte die CDU-Politikerin nach Angaben von Teilnehmern.

Die Kanzlerin hatte mehrfach betont, ein erneuter Lockdown solle unbedingt verhindert werden – also ein Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wie im Frühjahr. Vorrang müsse es haben, die Wirtschaft am Laufen zu halten und den Betrieb in Schulen und Kitas aufrechtzuerhalten. Merkel, Bundesminister sowie die Regierungschefs der Länder waren am Mittag in Berlin zusammengekommen. Beim Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten im Inland gab es keinen einheitlichen Kurs. Bis 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden,

Mehr Fälle auch in Mannheim

Bund und Länder beschlossen, dass in Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden sollen. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche.

Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, sollen sich nur noch bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände im öffentlichen Raum treffen dürfen.

In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll außerdem die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Außerdem soll es in Corona-Hotspots künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche gelten. Bars und Clubs sollen geschlossen werden. Lokale, Bars und Clubs gelten unter Infektionsgesichtspunkten als riskant, weil sich hier viele Menschen auf engem Raum aufhalten.

Mannheim ist bei den Neuinfektionen unterdessen näher an den kritischen Inzidenz-Wert von 50 herangerückt. Nach den Zahlen der Stadt lag sie am Mittwoch bei 48,4, nach 48,1 am Vortag. Seit einer Woche gibt es einen kontinuierlichen Anstieg.

Die Metallarbeitgeber warnten angesichts der deutlich steigenden Infektionszahlen davor, das bisher Erreichte wieder zu verspielen. Immerhin sei die Konjunktur gerade dabei, sich wieder zu erholen.

Niemand dürfe zu sorglos werden, erklärte Peter Körner, Vorsitzender der Bezirksgruppe Rhein-Neckar-Odenwald des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, laut Mitteilung. „Ein erneuter Shutdown hätte auch für unsere Unternehmen dramatische Folgen und würde viele Arbeitsplätze gefährden.“ 

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