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Verkehr Sperrung der Hochstraße Süd in Ludwigshafen belastet Pendler und Wirtschaft

Metropolregion im Dauerstau: Städte suchen neue Wege

Archivartikel

Rhein-Neckar.Wenn über weite Teile des Wochenendes neben der Hochstraße Süd auch die Kurt-Schumacher-Brücke wegen Sanierungsarbeiten gesperrt wird, werden sich vor allem in Mannheim wieder Dauerstaus bilden. Immer lauter wird der Ruf nach tragfähigen Lösungen und neuen Wegen für den Verkehr. Kurzfristige Erleichterungen sind kaum in Sicht. Hinter den Kulissen findet derweil das statt, was in der Politikersprache als Mobilitätspakt bezeichnet wird.

Der Verband Region Rhein-Neckar hat laut seinem Leitenden Direktor Christoph Trinemeier die Aufgabe der Koordinierungsstelle übernommen. Mit externer Unterstützung werde gerade an den Grundlagen für ein „Verkehrsmodell Rhein-Neckar“ gearbeitet, sagt er. Das langfristige und übergeordnete Ziel bestehe darin, den Verkehr in der Region zukunftsfest aufzustellen. In die komplexen Berechnungen flössen sämtliche Daten aller Verkehrsträger ein. Damit ließen sich verbindliche Aussagen treffen, welche Auswirkungen bestimmte Eingriffe in den Verkehr wirklich haben. Ein großer Eingriff war die Stilllegung der Hochstraße Süd im August. Nach Angaben der Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) dauert die Sperrung der Verkehrsader zwischen der Adenauer-Brücke und A 650, die von täglich rund 60 000 Fahrzeugen genutzt wurde, bis mindestens Ende 2023. Als Grund nannte die Rathauschefin umfangreiche statische Berechnungen an dem 60 Jahre alte Bauwerk mit 27 pilzförmigen Pfeilern.

Anfang Dezember will die Ludwigshafener Stadtverwaltung genauere Angaben zu den Lösungsvarianten machen. Geprüft werden eine Ausbesserung, eine provisorische Sanierung und ein Neubau. Danach soll der Stadtrat eine Grundsatzentscheidung fällen. Die CDU hat sich bereits für einen zügigen Neubau ausgesprochen. Unklar sind weiterhin die Kosten und Finanzierung einer Sanierung der Hochstraße Süd. BASF-Chef Martin Brudermüller bezeichnete die Verkehrsprobleme in der Region als „relativ dramatisch“. Wirtschaftsverbände fordern eine rasche Lösung, weil der Wirtschaftsstandort gefährdet sei.

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