Thema des Tages

Eurofighter Wrackteil neben Kindergarten gefunden / Beide Datenschreiber geborgen

Nach Absturz: Debatte über Flugmanöver

Archivartikel

Berlin.Die Bundeswehr will auch nach der Kollision zweier Eurofighter-Kampfjets nicht auf Luftkampfübungen über besiedelten Gebieten in Deutschland verzichten. Solche Flüge seien für die Einsatzbereitschaft der Besatzungen nötig, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Dienstag.

„Den Flugbetrieb, um wirklich auch einsatzbereit zu sein, verlagern wir zum großen Anteil mittlerweile in den Simulator und auch ins Ausland“, sagte der Generalleutnant. Die beiden Flugdatenschreiber der Eurofighter wurden inzwischen geborgen. Hunderte Bundeswehrsoldaten durchkämmten am Dienstag die Region um die Absturzstellen in Mecklenburg-Vorpommern auf der Suche nach weiteren Wrackteilen. Am Morgen wurde eines davon in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens gefunden. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte entdeckte das etwa einen halben Meter lange Teil rund 40 Meter entfernt von den Spielgeräten.

Verzicht auf Tiefflüge verlangt

Der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), sprach sich nach dem Unfall für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlauberregionen aus. Auch Landespolitiker von Linken und Grünen forderten ein Verbot oder zumindest eine kritische Prüfung der Tiefflüge. Der CDU-Politiker Henning Otte verteidigte die Luftkampfübungen. „Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion im Deutschlandfunk. Das Verteidigungsministerium wies Spekulationen zurück, die Eurofighter-Flugzeuge seien in keinem guten Zustand.

Bei dem Absturz der Maschinen war am Montag ein Pilot ums Leben gekommen. Der 27-Jährige habe rund 400 Stunden Flugerfahrung gehabt. Der zweite Pilot wurde verletzt geborgen. Er ist den Angaben zufolge ein erfahrener Fluglehrer mit mehr als 3700 Flugstunden.

Zum Thema