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Unglücke Bewohner wegen Corona-Ausbruch verzweifelt / Europäische Union sagt Griechenland Unterstützung zu

Nach Feuer auf Moria: Deutschland bietet Hilfe an

Moria/Mannheim.Die einzige gute Nachricht ist, dass beim Brand von Moria nach vorläufigen Informationen griechischer Behörden und Medien keine Verletzten oder gar Toten zu beklagen sind. Ansonsten aber hat das Feuer im berüchtigten griechischen Flüchtlingslager am Mittwoch die Migrationsdebatte mit Wucht zurück auf die Agenda gebracht. Das Lager, das als das größte Europas gilt, ist nach Unruhen und Brandstiftungen in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig abgebrannt. Die mehr als 12 000 Bewohner sind nun obdachlos auf der Mittelmeerinsel Lesbos.

Im Namen der Europäischen Union versprach Innenkommissarin Ylva Johansson schnelle Hilfe. Sie sei in Kontakt mit den lokalen Behörden, schrieb die schwedische Politikerin auf Twitter. Dabei habe sie zugestimmt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aufs Festland zu finanzieren. Zudem werde ein Schiff gebracht, auf dem besonders verletzliche Migranten – etwa Schwangere und Kinder – untergebracht werden sollten. Man sei bereit, Griechenland auch anderweitig zu helfen, warte aber auf Ansagen, welche Hilfe gebraucht werde.

Auf Bundesebene forderte die SPD vom Koalitionspartner Union, den Weg für die Aufnahme von Betroffenen nach Deutschland frei zu machen. „Wir dringen auch gegenüber der Bundeskanzlerin auf eine schnelle Lösung“, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich laut einer Mitteilung mit Blick auf die CDU-Kanzlerin Angela Merkel.

Mannheim aufnahmewillig

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz betonte, die Stadt Mannheim habe „mehrfach gegenüber dem Bundesinnenminister und dem Landesinnenminister erklärt, kurzfristig bis zu 50 Personen aufzunehmen. Dies gilt ausdrücklich auch für Personen aus griechischen Flüchtlingsunterkünften.“ Etwa 250 Demonstranten haben nach Polizeiangaben am Mittwochabend in der Mannheimer Innenstadt die Aufnahme der schutzsuchenden Menschen gefordert.

In Athen berief Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis eine Krisensitzung ein, der Innenminister reiste anschließend nach Lesbos, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Der Brand habe gezeigt, dass die Situation so nicht weitergehen könne, sagte Mitsotakis im staatlichen Fernsehen. Griechenland brauche die Hilfe der anderen EU-Staaten. Gleichzeitig kritisierte er die „Haltung einiger Migranten“. Die griechische Regierung geht davon aus, dass Migranten das Feuer selbst entzündet haben.

Dem Brand vorangegangen waren Unruhen, weil das Lager nach einem Corona-Fall unter Quarantäne gestellt worden war. Manche Migranten hätten das Lager verlassen wollen. dpa/red

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