Thema des Tages

Bildung Studie zeigt Schwächen bei Digitalisierung / Fachkonferenz re:publica beginnt

Noch immer viele Schulen ohne Internet

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Deutschlands Schulen haben bei digitaler Ausstattung noch viele weiße Flecken. So gibt es nach einer Umfrage unter Schulleitungen der Republik nur in rund jeder dritten Schule in allen Klassen- und Fachräumen Zugang zu schnellem Internet und WLAN (kabelloses Internet). Bei Gymnasien sind es fast 45 Prozent. 63 Prozent der befragten Schulleitungen gaben hingegen an, dass Internet nicht in vollem Umfang verfügbar sei. Das zeigt eine gestern in Berlin vorgestellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Der Umfrage zufolge gibt es in Bade-Württemberg nur in vier von zehn Schulen in allen Klassenräumen WLAN und schnelles Internet. Fast jede fünfte Schule nutze im Unterricht Geräte, die die Schüler selbst mitbrächten. In Rheinland-Pfalz haben immerhin an mehr als jeder zweiten Schule alle Klassen- und Fachräume Internet. Daten für das Bundesland Hessen wurden nicht erhoben.

„Mut für Neues“

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann sagte: „Wenn sich die Digitalisierung an Schulen in der gleichen Geschwindigkeit vollzieht wie in den letzten fünf Jahren, werden wir erst 2034 erreicht haben, dass es an allen Schulen einzelne Klassensätze an digitalen Endgeräten gibt.“

Auch Schülervertreter kritisieren, dass ein großer Teil der Arbeit noch nicht erledigt sei. „Es muss noch viel getan werden, um in zehn oder 15 Jahren die positiven Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft zu spüren“, sagte Leandro Cerquiera Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg. Dafür brauche es von allen zuständigen Akteuren den Mut und die Offenheit für Neues. Unterdessen hat gestern in Berlin die Digitalkonferenz re:publica begonnen. Zum Auftakt sprach sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine zivilisierte Debattenkultur im Internet aus. 

Zum Thema