Thema des Tages

Brandkatastrophe Staatsanwaltschaft geht von Unfall aus / Weltweite Spenden für die Kathedrale in Paris

Notre-Dame soll wieder auferstehen

Paris/Mannheim/Speyer.Keine 24 Stunden nach dem Feuer in der Kathedrale Notre-Dame haben Spender gestern Hunderte Millionen Euro für den Wiederaufbau des Wahrzeichens zugesagt. Allein die drei französischen Milliardärsfamilien Arnault, Pinault und Bettencourt-Meyers wollen insgesamt eine halbe Milliarde Euro geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich entschlossen, das jahrhundertealte gotische Gebäude in Paris innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder aufzubauen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Menschen in Deutschland und Europa auf, den Wiederaufbau zu unterstützen. Er bezeichnete Notre-Dame als „großes europäisches Wahrzeichen, ein Wahrzeichen europäischer Kultur und ein wichtiges Dokument europäischer Geschichte“.

Der Mannheimer Stadtdekan Karl Jung sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, die Kollekte morgen in der Jesuitenkirche werde für den Wiederaufbau von Notre-Dame gespendet.

Das Feuer war am Montagabend auf dem Dachboden von Notre-Dame ausgebrochen. Erst gestern Vormittag verkündete Feuerwehrsprecher Gabriel Plus: „Das ganze Feuer ist aus.“ Nun beginne die Phase der Begutachtung. Nach Angaben des französischen Innenstaatssekretärs Laurent Nuñez entdeckten Fachleute „einige Schwachstellen“. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, wie Nuñez sagte. „Im Ganzen hält die Struktur gut“, fügte er hinzu. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus. Staatsanwalt Rémy Heitz sagte, nun würden Zeugen gehört – auch Arbeiter, die Renovierungsarbeiten ausführten.

Fragen zum Brandschutz

Eine der wichtigsten Reliquien wurde aus der brennenden Kathedrale gerettet. Es handele sich um die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll, sagte der Direktor des Gotteshauses, Patrick Chauvet. Chauvet sieht keine Mängel beim Brandschutz. Brandaufseher hätten dreimal täglich den Dachstuhl geprüft.

Das Inferno von Notre-Dame warf auch in Deutschland Fragen zum Brandschutz auf. Dombaumeisterin Hedwig Drabik aus Speyer geht davon aus, dass in Paris der Brandschutz bestmöglich eingehalten wurde, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung aber: „Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben.“