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Medikamente Aufschlag für rezeptpflichtige Produkte in Apotheken weitet sich ab 1. April aus

Patienten müssen bei Arznei öfter zuzahlen

Archivartikel

Mannheim.Auf Millionen gesetzlich Krankenversicherte kommen höhere Kosten zu. Sie müssen ab 1. April bei mehr Medikamenten als bisher zuzahlen. Das geht aus einer Mitteilung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) hervor. Wie viele der etwa 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten davon betroffen sind, ist nicht bekannt.

Preisanteil der Kassen sinkt

Demnach müssen Patienten künftig für viele rezeptpflichtige Arzneimittel zwischen fünf und zehn Euro beisteuern, die vorher für sie kostenlos waren – also zu 100 Prozent von der Krankenkasse übernommen wurden. Hinter den zusätzlichen Arzneimittel-Kosten für Patienten stecken sinkende Festbeträge. Darunter versteht man den Preisanteil, den gesetzliche Krankenkassen für einzelne Medikamentengruppen übernehmen. Bei kleiner werdenden Festbeträgen der Krankenkassen müssten auch die Medikamente günstiger werden, damit keine Lücke entsteht. Ist das nicht der Fall, wird der Patient mit Zuzahlungen belastet.

Mit dieser Maßnahme setzt sich eine seit Jahren anhaltende Entwicklung fort. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich die Zahl der zuzahlungsfreien, rezeptpflichtigen Medikamente von Dezember 2011 bis Januar 2017 fast halbiert – von 7252 auf 3706. Die Zuzahlung von Patienten bei rezeptpflichtigen Medikamenten liegt in der Regel zwischen fünf und zehn Euro. Davon befreit sind Medikamente, die 30 und mehr Prozent günstiger sind als der Festbetrag. Eine Liste dieser Präparate findet sich auf der Internetseite der GKV.

Erstmals zur Kasse gebeten werden laut DAV unter anderem Patienten, die Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Fentanyl, Morphin und Oxycodon einnehmen. Auch Entzündungshemmer oder Blutverdünner gehören dazu. Dem DAV zufolge wird der Anteil, den Patienten leisten müssen, seit Jahren größer. lü/jor

Info: Die Liste zuzahlungsbefreiter Medikamente gibt es unter goo.gl/xpvgnw