Thema des Tages

Risikogebiete Verordnung soll ab nächster Woche gelten / 170 Erntehelfer mit Coronavirus infiziert / Ausbruch nach Trauerfeier

Pflichttests für Reiserückkehrer

Archivartikel

Berlin.Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag, er werde „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen“. Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. „Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen.“ Die Tests sollen für Reisende kostenfrei sein. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich nächste Woche in Kraft treten.

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrende aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Sorge wegen steigender Zahlen

Kanzleramtsminister Helge Braun zeigte sich in Berlin besorgt über die wieder deutlich gestiegenen Infektionszahlen in Deutschland. Am Ende der Sommerzeit müsse man möglichst einen „Tiefststand an Infektionen“ haben, um dann auch im Herbst und Winter gut durch die Pandemie kommen zu können, sagte der CDU-Politiker am Montag – ein halbes Jahr nach der bestätigten ersten Infektion in Deutschland.

Derzeit gibt es in Deutschland einen großen Infektionsherd auf einem Gemüsebauernhof im niederbayerischen Mamming mit mehr als 170 positiv getesteten Erntehelfern. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte am Montag deutlich schärfere Strafen für Betriebe an, die gegen Hygieneauflagen verstoßen.

Nach einer Trauerfeier sind im Großraum Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg 47 Gäste – darunter auch Kinder – positiv auf das Virus getestet worden. Das Landratsamt befürchtet, dass noch mehr Menschen infiziert sein könnten. An der Trauerfeier sollen mehr als 100 Personen teilgenommen haben.

Im Nachbarland Österreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen in Tourismusbetrieben am Wolfgangsee. Inzwischen wurde das Virus bei 53 Menschen nachgewiesen. Die Ergebnisse von 419 Tests vom Sonntag fehlten am Montag noch. Als Ausgangspunkt gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter in der Gastronomie.

Kanzleramtschef Braun sagte, es gebe viele kleinere Corona-Ausbrüche, die im familiären Umfeld geschähen, auf Freizeitaktivitäten zurückzuführen seien oder auf Reise-rückkehrer zurückgingen. Wer sich nicht an die Kontakt- und Abstandsregeln halte, riskiere nicht nur seine eigene Gesundheit. Braun: „Und deshalb richtet sich ein solches Verhalten gegen das Gemeinwohl.“ dpa

Zum Thema