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Stuttgarter Krawallnacht Nationalität der Eltern von Tatverdächtigen soll ermittelt werden

Polizei recherchiert Herkunft

Archivartikel

Stuttgart.Nach der Stuttgarter Krawallnacht vom 21. Juni will die Polizei die Herkunft der Tatverdächtigen erforschen. Die Recherchen sollen sich auch auf jene Verdächtige beziehen, die einen deutschen Pass besitzen, kündigte der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz an.

Das Vorhaben stieß bundesweit auf Kritik. Auch der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir reihte sich ein: Der Polizeipräsident müsse seinen „skurrilen Vorschlag sofort aus der Welt schaffen“, sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Stammbaum-Vorschlag gehöre zu den Dingen, „die den türkischen oder kroatischen Nationalisten oder Islamisten die Jugendlichen in Scharen in die Arme treiben“.

Das baden-württembergische Innenministerium verteidigte das Vorgehen. Die Feststellung der Lebens- und Familienverhältnisse sei regulärer Teil der polizeilichen Ermittlungen in einem Strafverfahren, so Minister Thomas Strobl. „Deshalb wird in einzelnen Fällen die Nationalität der Eltern von Tatverdächtigen durch Anfragen beim Standesamt erhoben, um zu klären, ob ein Migrationshintergrund gegeben ist.“ Die Ergebnisse seien laut Strobl für die Öffentlichkeit und für künftige Präventionsmaßnahmen relevant. Nach Polizeiangaben sind 40 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft. Sechs Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt. epd/dpa

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