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Gesundheit Erste deutsche Virus-Erkrankung in Bayern nachgewiesen / Minister Spahn sieht Ansteckungsgefahr sehr gering

Regionale Corona-Verdachtsfälle negativ

Archivartikel

Berlin/Rhein-Neckar.In Deutschland ist ein erster Fall des Coronavirus bestätigt worden. Ein 33-jähriger Mann aus Bayern hat sich vor einer Woche während einer Schulung in Stockdorf (Landkreis Starnberg) bei einer Kollegin aus China angesteckt. Dies teilte das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelchemie am Dienstag mit. Der 33-Jährige befindet sich derzeit auf der Isolierstation einer Münchner Klinik. Laut Angaben des Chefarztes gehe es dem Mann gut.

In mehreren deutschen Städten wurden am Dienstag Verdachtsfälle genannt, auch in der Region Rhein-Neckar begaben sich zahlreiche Menschen in Krankenhäuser, die angaben, unter den Symptomen des Coronavirus zu leiden. Das Uniklinikum Heidelberg teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass sich bei keinem der untersuchten Patienten, der Verdacht, an dem aus China stammenden Virus erkrankt zu sein, bestätigt hat. Der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich erklärte, dass man in der Rhein-Neckar-Region keine Sorge haben müsse, sich mit dem Coronavirus anzustecken. „Es gibt auch keine Notwendigkeit, einen Mundschutz zu tragen“, sagte Kräusslich. Der Sprecher des Uniklinikums Mannheim teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass in Mannheim keine Verdachtsfälle bekannt seien, die zuständigen Abteilungen der Uniklinik aber auf mögliche Corona-Patienten vorbereitet seien. In Ludwigshafen wurde am Wochenende ein Patient auf der Infektionsstation untersucht. „Die Person kam aus dem Risikogebiet und zeigte Symptome“, so der ärztliche Klinikumsleiter Günter Layer. Tests ergaben, dass der Mann an einer gewöhnlichen Grippe erkrankt sei.

Meldepflicht für China-Reisende

In Europa waren zuvor drei Infektionen mit den Virus nachgewiesen worden. Alle betrafen Menschen in Frankreich, die zuvor in China waren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte weitere Meldepflichten für Fluggesellschaften und Krankenhäuser an. So sollen Reisende aus China Angaben zu ihrem Flug, ihrem Gesundheitszustand und ihrer Erreichbarkeit in den nächsten 30 Tagen machen. „Die Gesundheitsgefahr für die Menschen in Deutschland bleibt nach unserer Einschätzung gering“, teilte Spahn mit. (tbö/dpa)

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