Thema des Tages

Ellwangen Weitere Abschiebungen verlangt

Rückhalt durch Politiker

Archivartikel

Ellwangen.Nach einer gewaltsam blockierten Abschiebung hat die Polizei einen Asylbewerber bei einer Razzia in einem Flüchtlingsheim in Ellwangen im zweiten Anlauf gefasst. Hunderte Beamte durchsuchten gestern die Unterkunft. Dort hatten Flüchtlinge in der Nacht zum Montag die Abschiebung eines gesuchten Bewohners gewaltsam verhindert. Der 23-Jährige wurde bei der Razzia gefasst und soll nach Italien zurückgebracht werden. Er kam zunächst in Abschiebehaft.

Die Polizei erhielt für ihr Vorgehen Rückendeckung aus der Politik. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte dieser Zeitung: „Jeder Mensch muss sich in unserem Rechtsstaat an Recht und Gesetz halten. Wir dulden keine rechtsfreien Räume, und dieser Angriff auf Polizisten muss geahndet werden“.

Mit Gewalt verhindert

Der Mann aus dem westafrikanischen Staat Togo sollte bereits in der Nacht zu Montag abgeschoben werden. Etwa 150 bis 200 Flüchtlinge der Landeserstaufnahmeeinrichtung hatten dies aber teils mit Gewalt verhindert. Der Asylbewerber konnte zunächst verschwinden.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft verlangte die Abschiebung der Angreifer. „Die Flüchtlinge, die in Ellwangen Polizisten angegriffen haben, müssen abgeschoben werden“, sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt dieser Zeitung. mis/dpa