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Sturmtief Zweithöchste Unwetterwarnstufe / Auch Flughäfen dicht und Straßen blockiert / Viele Schulen am Montag zu

„Sabine“ legt Bahnverkehr lahm

Berlin/Mannheim.Sturmtief „Sabine“ hat in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr durcheinandergebracht und bereits am Sonntagabend erste Schäden verursacht. Für die meisten Regionen rief der Deutsche Wetterdienst (DWD) die zweithöchste Unwetterwarnstufe aus, für manche Gegenden in Baden-Württemberg und Bayern die höchste. Die stärksten Böen wurden mit einer Kaltfront erwartet, die am Abend – zusammen mit einzelnen Gewittern – zuerst den Nordwesten und bis Montagmorgen auch den Süden Deutschlands erreichen sollte. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe war über das Ausmaß der Schäden noch nichts bekannt.

Die Deutsche Bahn entschloss sich, den Fernverkehr bundesweit einzustellen – nach und nach sollten alle Züge die Fahrt an größeren Bahnhöfen beenden. Er soll bis mindestens 10 Uhr am Montagmorgen eingestellt bleiben. Im Regionalverkehr waren zuvor Strecken gesperrt worden, weil umgestürzte Bäume die Gleise blockiert hatten. Für Montagmorgen könne „bundesweit im Regional- und Fernverkehr keine zuverlässige Betriebsaufnahme“ gewährleistet werden, so die Bahn. Auf den Straßen kam es wegen umgestürzter Bäume ebenfalls zu Behinderungen. An großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt oder Düsseldorf wurden Flüge gestrichen.

Entscheidung liegt bei Eltern

An diesem Montag fällt an vielen deutschen Schulen der Unterricht aus, etwa in den meisten Großstädten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen sowie in Teilen Bayerns. In Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz entschieden die jeweiligen Kultusministerien, dass es im Ermessen der Erziehungsberechtigen liege, ob der Schulweg für die Kinder zumutbar sei. Im hessischen Landkreis Bergstraße kündigten zahlreiche Schulen an, dass am Montag kein Unterricht stattfinde.

In Mannheim wurde am Lessing-Gymnasium, an der Tulla-Realschule sowie der Werner-von-Siemens Schule und der Carl-Benz-Schule der Unterricht für Montag abgesagt, weil die Gebäude von Baugerüsten umgeben sind. Bei der Mannheimer Feuerwehr gingen am Sonntag mehrere Anrufe besorgter Bürger ein, die wissen wollten, wie sie sich auf den Orkan einstellen könnten. Die Feuerwehr empfahl, lose oder leicht bewegliche Gegenstände von Balkonen und Terrassen zu entfernen oder zu sichern. „Eben was dem gesunden Menschenverstand entspricht“, so die Feuerwehr.

Der Herzogenriedpark sowie der Luisenpark in Mannheim wurden am Sonntag ab 16.30 Uhr für Besucher gesperrt, so dass das Festival „Winterlichter“ ausfallen musste.

Auch etliche Fährverbindungen zu den Nordseeinseln wurden eingestellt. Zudem fielen Fußballspiele aus, etwa das rheinische Bundesliga-Derby Mönchengladbach gegen Köln. Schon am Samstag war der Skisprung-Weltcup in Willingen (Hessen) abgesagt worden.

In Großbritannien („Sabine“ heißt hier „Ciara“) wurden zahlreiche Zugverbindungen und Flüge gestrichen. Der Hafen von Dover stellte den Fährbetrieb ein. In Irland kam es zu Überschwemmungen. Tausende Haushalte hatten keinen Strom.

„Sabine“ ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. Die Bahn hatte sich auf Probleme vorbereitet. Wer nicht reisen möchte, kann die Fahrkarte kostenfrei stornieren. dpa/tbö/pwr/her

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