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Fasnacht Erstmals ein närrischer Regent ohne deutschen Pass

Sänger Naro wird Prinz

Mannheim.In der Mannheimer Fasnacht wird erstmals ein Prinz regieren, der keinen deutschen Pass hat: Der Italiener Gennaro Vitale, bekannt als Sänger „Naro“. Der Feuerio stellte ihn am Montagabend als neuen Regenten vor. Am Samstag wird er beim „Weißen Ball“ im Rosengarten in Anwesenheit von Thomas Strobl (CDU), dem baden-württembergischen Innenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten, feierlich inthronisiert.

Der Feuerio, Mannheims größte und älteste Karnevalsgesellschaft, stellt seit 1899 – unterbrochen nur durch die beiden Weltkriege – den Mannheimer Prinzen. Zwar gab es schon mehrere Regenten mit Migrationshintergrund, aber sie hatten stets die deutsche Staatsangehörigkeit. Gennaro Vitale dagegen ist Italiener – und stolz darauf.

Sein Opa Vincenzo kam 1963 nach Deutschland, sein Vater folgte 1964 und seine Mutter im Jahr darauf. Der neue Regent ist 1973 in Mannheim geboren und Industriemechaniker. Er arbeitete zunächst als Kranschlosser, bildete sich dann zum Webdesigner weiter und ist jetzt bei der MVV Energie AG tätig.

In anderen Städten gab es manchmal Widerstand, wenn Personen mit Migrationshintergrund mit närrischen Ämtern betraut wurden. Damit ist in Mannheim nicht zu rechnen. Schon seit rund zwei Jahrzehnten tritt Naro, bekannt als „Singender Pizzabäcker“ oder „Mannheimer Eros Ramazotti“, in Mannheim und der Region bei Fasnachtsveranstaltungen auf – wie auch bei Straßenfesten oder Partys.

Gerne wäre er schon vor einigen Jahren Prinz geworden – doch er verzichtete mit Rücksicht auf seine Familie und wegen eines fehlenden Sponsors. Für die neue Kampagne aber hat es geklappt. Naro regiert an der Seite von Stadtprinzessin Maren-Michelle I. vom Feudenheimer „Lallehaag“. Die 27-jährige Bankkauffrau ist bereits seit November im Amt.

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