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Entenpfuhl Verbandsexperte hält Abbau für notwendig

Sand ist ein knappes Gut in der Region

Schwetzingen/Ketsch.Den geplanten Sand- und Kiesabbau im Gewann Entenpfuhl hält Lothar Benzel für notwendig: „Der Druck wird größer. Es ist mal ein Neuaufschluss erforderlich“, sagt der Referent unter anderem für Rohstoffsicherung beim Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg (Iste).

Benzel berichtet von „Verknappungserscheinungen“ insbesondere zwischen Karlsruhe und Mannheim. Insgesamt sei in Baden-Württemberg ein Standortsterben beim Rohstoffabbau festzustellen. Und in der Region Rhein-Neckar werde der Bedarf nur noch marginal selbst gedeckt. Angesichts des Baubooms müssten die Rohstoffe aus der Region Mittlerer Oberrhein, aus dem Kreis Karlsruhe und Rastatt, nach Nordbaden befördert werden.

Da geforderte Entwicklungen wie die Innenverdichtung der Städte und Gemeinden den Einsatz von hochwertigem Beton erfordere, seien auf lange Sicht große Sand- und Kiesmengen vonnöten. Recycling-Produkte könnten dabei kaum Abhilfe schaffen, sagt der Iste-Referent.

Das sieht Florian Knappe vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (ifeu) anders. Der Diplom-Geograf ist Experte für Kreislaufwirtschaft. Ihm gehen die Anstrengungen bei der Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen längst nicht weit genug. Der Einsatz von Beton aus recycelten Gesteinskörnungen (R-Beton) stehe noch fast am Anfang. Mit R-Beton lasse sich der Rohstoffbedarf jedoch zumindest reduzieren. mab

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