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Gekündigter Betriebsrat Softwarekonzern signalisiert Bereitschaft zur Mediation / Gewerkschaft fordert Bezahlung

SAP bietet außergerichtliches Verfahren an

Archivartikel

Walldorf.Im Rechtsstreit um das gekündigte Betriebsratsmitglied bei SAP hat der Walldorfer Softwarekonzern gegenüber dem Arbeitsgericht Mannheim für eine außergerichtliche Einigung im Rahmen einer Mediation oder vor einem Güterichter plädiert. Nach einer unternehmensinternen Abstimmung könne man einem „solchen Verfahren ausdrücklich zustimmen“, heißt es in einem Schriftsatz an das Arbeitsgericht. Dieses hat nun die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM), die den Betriebsrat vertritt, um eine Stellungnahme dazu bis zum 4. November gebeten.

SAP hatte dem Betriebsratsmitglied Anfang August fristlos gekündigt. Grund sind innerbetriebliche Rundschreiben, in denen er verschiedene Mitarbeiter diffamiert und Unwahrheiten verbreitet haben soll. Der Betriebsrat klagte daraufhin auf Wiedereinstellung. Bei einem ersten Gütetermin Mitte Oktober vor dem Arbeitsgericht Mannheim regte Richterin Claudia Fath eine außergerichtliche Einigung an und gab den Parteien zwei Wochen Zeit, darüber zu beraten.

CGM-Geschäftsführer Martin Gerhardt sagte am Mittwoch, man stehe einer Mediation ebenfalls offen gegenüber. Er erneuerte aber die Forderung, der eigene Mandant müsse von SAP für die Dauer des Verfahrens wirtschaftlich abgesichert werden. „Das ist unsere Bedingung“, so Gerhardt. Ein Sprecher des Softwarekonzerns wollte das nicht kommentieren.

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