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Bildung Umfrage von Verbänden zu Technik und Programmen / Eisenmann bestätigt großen Nachholbedarf

Schulen klagen über Mängel bei digitaler Ausstattung

Archivartikel

Stuttgart.Nur 7,5 Prozent aller Schulen in Baden-Württemberg verfügen über einen Hochgeschwindigkeitsanschluss für das Internet. In drei Viertel aller Schulen ist die Ausstattung mit PC, Tablet oder Laptop so schlecht, dass digitaler Unterricht kaum möglich ist. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage von Bildungsverbänden zur digitalen Infrastruktur, an der 1455 Schulen teilgenommen haben. Matthias Wagner-Uhl vom Verein der Gemeinschaftsschulen ging Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hart an: „Es ist wirklich ein Skandal, dass wir die Hausaufgaben des Kultusministeriums machen müssen.“ Das Thema Digitalisierung sei vernachlässigt worden.

Michael Futterer von der Lehrergewerkschaft GEW forderte einen zweiten Digitalpakt, der die Wartung einschließe. Sonst bestehe die Gefahr von „Technikfriedhöfen“. Über den Digitalpakt stellt der Bund fünf Milliarden Euro bereit, 650 Millionen davon für Baden-Württemberg. Viele Schulen haben aber noch keinen Förderantrag gestellt.

Eine Ministeriumssprecherin erklärte, der Nachholbedarf bei der Digitalisierung sei „bundesweit unbestritten hoch“. Für die Anbindung der Schulen ans Internet seien aber die Kommunen zuständig. Versäumnisse aus zwei Jahrzehnten ließen sich nicht in wenigen Monaten aufholen. pre

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