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Corona Studien zeigen Bedeutung von kleinsten Speicheltröpfchen – sogenannten Aerosolen – bei der Ausbreitung des Virus

Schulen setzen auf Stoßlüften statt auf Technik

Archivartikel

Mannheim/Berlin.Mehreren internationalen Studien zufolge spielen kleine Speicheltröpfchen, sogenannte Aerosole, eine wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus. Vor allem in geschlossenen Räumen mit wenig Luftaustausch stellen sie ein hohes Infektionsrisiko dar. Entsprechend warnt das Berliner Robert Koch-Institut, dass bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht belüfteten Räumen „eine Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter möglich ist.“

Um das Risiko einer Ansteckung in vollen Klassenräumen so gering wie möglich zu halten, empfiehlt die Kultusministerkonferenz in ihrem Hygieneplan für das kommende Schuljahr regelmäßiges Stoßlüften. Technische Lösungen, etwa Ventilatoren oder spezielle Filter für Lüftungsanlagen, die das Coronavirus abfangen, werden derzeit aber weder in Baden-Württemberg noch in Hessen oder Rheinland-Pfalz in Erwägung gezogen.

Kritik gab es zuletzt auch an der Weltgesundheitsorganisation. 250 Wissenschaftler hatten Anfang des Monats bemängelt, dass die WHO das Übertragungsrisiko durch Aerosole unterschätze. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte die Aerosol-Expertin Linsey Marr. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“ (mit dpa)

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