Thema des Tages

Kooperation Weichen für Sportwagen-Produktion gestellt / Europäische Kommission gibt grünes Licht

Schuler und Porsche planen gemeinsames Presswerk

Archivartikel

Göppingen/Waghäusel.Porsche und Schuler wollen gemeinsam ein Presswerk für die Automobilproduktion der Zukunft bauen. Vertreter beider Firmen haben am Dienstag den Vertrag zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Die Europäische Kommission hat grünes Licht für das gemeinsame Vorhaben gegeben. Die Freigabe durch weitere Wettbewerbsbehörden steht noch aus, schreibt die Firma Schuler in einer Pressemitteilung. Mit zukunftsweisenden Technologien soll das neue Presswerk hoch flexibel anspruchsvolle Karosserieteile herstellen – der Schwerpunkt liegt dabei auf Aluminium-Außenhautteilen sowie der Fertigung kleiner Losgrößen.

„Mit dem Joint Venture stellt Porsche wichtige Weichen für die Sportwagen-Produktion der Zukunft“, sagt Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. „Es geht um die Nutzung von Zukunftstechnologien und Innovationen, um Prozesse effizienter zu gestalten.“

Daten der Produktion vernetzen

Schuler Vorstandschef Domenico Iacovelli sagte: „Porsche und Schuler bringen gemeinsam ein Presswerk zum Einsatz, das in zweifacher Hinsicht neue Maßstäbe setzt – bei der Leistungsfähigkeit in der industriellen Fertigung und bei der digitalen Vernetzung und Auslesbarkeit der Datenströme im Produktionsprozess. Von diesem Schritt nach vorn wird Porsche profitieren, aber letztlich andere Hersteller auch.“

Die konsequente Weiterentwicklung des Prozess-Know-hows im Bereich der Metallumformung erfolgt unter anderem durch die durchgehende Vernetzung der Produktionsdaten und den Einsatz des maschinellen Lernens. Neue Maßstäbe setzen Porsche und Schuler mit Themen wie „predictive maintainance“ (vorausschauender Wartung) oder einer intelligenten Produktionssteuerung. In dem Joint Venture kommt die neue Servo-20-Technologie von Schuler zum Einsatz. Sie steigert den maximalen Output von 18 auf 20 Hübe pro Minute und reduziert dabei den Energieverbrauch pro Hub und Bauteil.

Das Gemeinschaftsunternehmen wird als eigenständige GmbH & Co. KG geführt. Die Anteile liegen zu gleichen Teilen bei der Schuler AG und Porsche. Die Unternehmen investieren jeweils in zweistelliger Millionenhöhe. Es entstehen mehr als 100 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze. Der Sitz des neuen Unternehmens steht aktuell noch nicht fest. Ziel ist es, mit der Wahl des Standortes die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, indem die Logistikwege für Karosserieteile minimiert werden. zg