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Bildung Für 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg hat der Unterricht wieder begonnen / Jahrgänge und Klassen separiert

Schulstart unter erschwerten Bedingungen

Mannheim.Von Bertram Bähr

Mannheim. Ohne Abstand – und in den Klassenzimmern auch weitgehend ohne Masken: So starteten gestern knapp 40 000 Mannheimer Kinder und Jugendliche ins neue Schuljahr. Wie für sie endeten für insgesamt 1,5 Millionen Schüler und 35 000 Lehrkräfte in ganz Baden-Württemberg die Sommerferien. 2526 Mannheimer Erstklässler drücken am Freitag oder Samstag erstmals die Schulbank – 263 mehr als vor einem Jahr.

Damit beginnt das letzte Bundesland mit dem „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“. Auch wenn das Kultusministerium auf Abstand unter den Schülern verzichtet, gelten nämlich viele Hygienevorschriften. Das Land setzt auf das sogenannte „Kohortenprinzip“. Das heißt: Zumindest die Jahrgänge, und nach Möglichkeit auch die einzelnen Klassen, sollen unter sich bleiben. Im Falle einer Infektion soll das die Gefahr verringern, dass ganze Schulen geschlossen werden müssen.

Die Schulen tragen den Vorgaben dadurch Rechnung, dass sie für die Jahrgangsstufen separate Eingänge ausweisen oder zeitversetzt mit dem Unterricht beginnen. So hat die Andersen-Grundschule auf der Schönau vier Sammelpunkte für die Jahrgänge eingerichtet, auf denen sich die einzelnen Klassen separat voneinander aufstellen können.

Die Voraussetzungen für das Trennen der Gruppen sind je nach Schule sehr unterschiedlich. Bertha-Hirsch- oder Vogelstang-Grundschule beispielsweise verfügen über ein großes Freigelände. Jede Jahrgangsgruppe hat dort in den Pausen einen eigenen Bereich für sich. In K 5 dagegen müssen sich Kepler-Grund- und -Gemeinschaftsschule sowie ausgelagerte Schüler des Elisabeth-Gymnasiums das Gelände teilen, das zudem teilweise von Baumaschinen blockiert ist.

Diskussion um Elternerklärung

In seine aktuelle Corona-Verordnung hat das Land ein „Betretungsverbot“ aufgenommen. Es soll für die Kinder der Eltern gelten, die am ersten Tag nach den Ferien keine Gesundheitserklärung abgeben. In dem Formular bescheinigen Eltern beispielsweise, dass sie nicht aus Risikogebieten zurückgekehrt sind.

Gut zwei Tage vor Schulbeginn beschloss das Kultusministerium, auf die zwingende Vorlage des Formulars am ersten Tag zu verzichten. Stattdessen könne es im Laufe der ersten Woche abgegeben werden.

Die Neuregelung, die die Schulleitungen am Samstag zum Teil aus dem „Mannheimer Morgen“ erfuhren, sorgt für heftige Kritik.

Zwar hatten Schüler am Montag die Erklärung in den meisten Fällen dabei. Aber werde das Formular erst später abgegeben, so Rektor Harald Leber (Humboldt-Werkrealschule), könnten Infizierte schon in den Klassen und „das Kind in den Brunnen gefallen sein“. Gerhard Weber, Direktor des Moll-Gymnasiums, sagt, die mangelhafte Kommunikation des Ministeriums mit den Schulen „schafft leider kein Vertrauen“.

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