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SPD Kanzlerkandidat setzt unter anderem auf Bildung, um dem Umfragetief zu entkommen

Schulz greift Merkel mit Zukunftsplan an

Berlin.Zehn Wochen vor der Bundestagswahl geht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz erneut in die Offensive und will mit einem Zehn-Punkte-Plan aus dem anhaltenden Umfragetief heraus. In seinem gestern vorgelegten Zukunftsplan für Deutschland macht sich der SPD-Chef unter anderem für eine Investitionsverpflichtung des Staates und eine Bildungsoffensive stark.

"Ich möchte ein Kanzler sein, der Probleme anpackt", sagte Schulz, der mit seiner Partei in Umfragen weit hinter der Union liegt. Mit den "zehn Projekten für ein modernes Deutschland" hofft Schulz, Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel in die Enge zu treiben. Bei der Vorlage des Papiers sagte der SPD-Chef, während Merkel zur Zukunft des Landes wenig sage, wolle er umso konkreter werden: "Mir jedenfalls ist es wichtig, dass die Bürger eine echte Wahl haben. Ich bin mir sicher, Deutschland kann mehr."

Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warf der SPD-Chef vor, mit Alleingängen in der Flüchtlings- und Finanzpolitik Europa geschwächt zu haben. Es sei ein "ausgewachsener Skandal", wie Merkel Europa-Politik mache, sagte Schulz. Merkel argumentiere nach dem Motto: "Wir haben große Dinge mit Europa vor, aber was ich vorhabe, das sage ich erst nach der Wahl."

Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) kritisierte den Zukunftsplan als unfinanzierbar. "Investitionsoffensive, Chancenkonto, höhere Rentenzuschüsse, Ausbau der Ganztagsbetreuung - ich hätte gern von der SPD mal vorgerechnet, was das alles kostet und wer das bezahlen soll", sagte Fuchs.

Für Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht steht der Zukunftsplan auf tönernen Füßen. Zwar sei es richtig, mehr öffentliche Investitionen oder mehr Geld für Bildung und Weiterbildung zu fordern. Die SPD lehne aber eine Vermögensteuer ab, um die Pläne zu finanzieren. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir sprach von einem "richtigen Signal, um aus der Merkel-Politik des Stillstands herauszukommen". dpa