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Österreich ÖVP mit historisch großem Vorsprung bei Parlamentswahl / FPÖ und SPÖ stürzen ab / Grüne wieder im Nationalrat

Sebastian Kurz klarer Sieger

Archivartikel

Wien.Die konservative ÖVP und die Grünen sind die großen Sieger der Parlamentswahl in Österreich. Die ÖVP mit Parteichef Sebastian Kurz kam laut Hochrechnungen auf 37,1 Prozent der Stimmen und legte damit 5,6 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2017 zu. Die Grünen mit Spitzenkandidat Werner Kogler schafften mit 14 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament und stellten ihren Rekordwert von 2013 praktisch ein. Damit hätten ÖVP und Grüne überraschenderweise gemeinsam genügend Stimmen für ein Bündnis. Die Regierungskrise rund um das Ibiza-Video, die zur Neuwahl führte, schadete Kurz und seiner Partei in keiner Weise.

Die Verlierer der Wahl sind die rechte FPÖ und die Sozialdemokraten. Für die SPÖ von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner reichte es nur zu 21,8 Prozent – ein Minus von fünf Prozentpunkten und der historisch schlechteste Wert der SPÖ. Deutlicher fiel die Niederlage für die FPÖ aus, die nur 16 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. 2017 erhielten die Rechtspopulisten 26 Prozent. Generalsekretär Harald Vilimsky deutete an, dass die FPÖ ihre Rolle in der Opposition sieht. Die liberalen Neos verbesserten sich um 2,5 Punkte auf 7,8 Prozent.

Endergebnis an diesem Montag

Die Wahl war durch den Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition im Mai nötig geworden. Das Bündnis zerbrach wegen des Skandals um das Ibiza-Video, das den Ex-Vizekanzler und Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache massiv in Misskredit gebracht hatte.

Der Abstand der ÖVP auf die zweitstärkste Kraft beträgt mehr als 15 Punkte – ein Rekordwert bei den bisherigen Nationalratswahlen. Am Sonntag waren 6,4 Millionen Österreicher zur Wahl aufgerufen. Das Endergebnis wird erst an diesem Montag feststehen, weil dann erst die mehr als eine Million Stimmen von Briefwählern ausgezählt sind. Die Hochrechnungen berücksichtigen aber bereits das voraussichtliche Ergebnis der Briefwahl.

Die ÖVP hatte den Wahlkampf ganz auf Ex-Kanzler Kurz zugeschnitten. Der 33-Jährige warb damit, dass er den Weg der Modernisierung des Standorts Österreich fortsetzen wolle. Viele Wähler– so ein Ergebnis der TV-Duelle – sprechen ihm hohe Wirtschaftskompetenz zu. Migrations- und Asylfragen spielten keine so dominante Rolle wie im Wahlkampf 2017.

Die FPÖ hatte für eine Fortsetzung der bisherigen ÖVP-FPÖ-Koalition in der Alpenrepublik geworben und vor einem Linksruck bei einer Koalition der ÖVP mit anderen Parteien gewarnt. Die SPÖ setzte im Wahlkampf auf Themen wie bezahlbares Wohnen, einen steuerfreien Mindestlohn von 1700 Euro und generell Menschlichkeit. Die Grünen fordern unter anderem eine CO2-Steuer, günstige Tickets für den Nahverkehr und eine flächendeckende Lkw-Maut. dpa

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